12:50 03 Juni 2020
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    In Berlin sind zwei Millionen Atemschutzmasken und 300.000 Schutzkittel aus China angekommen. Die medizinische Schutzkleidung soll ab Montag in Berlin unter anderem an Kliniken, Pflegeheime und an die Polizei verteilt werden.

    Die Großlieferung traf am Samstag am Flughafen Leipzig/Halle ein. Die Bundeswehr habe sie von dort abgeholt und nach Berlin gebracht, sagte die Berliner Senatssprecherin Melanie Reinsch am Sonntagmorgen.

    In den vergangenen Tagen hatten sich Meldungen über fehlendes Material in Berliner Krankenhäusern und Arztpraxen gehäuft. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) twitterte zu der Lieferung der in Berlin dringend benötigten Schutzausrüstung, das seien „gute Nachrichten“.

    Die Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sagte gegenüber der „Berliner Morgenpost“ (Sonntagsausgabe): „Die Ärzte und Pflegekräfte haben derzeit gerade das Nötigste. Alle Bereiche im Krankenhaus, aber auch Pflegeheime, niedergelassene Ärzte oder Dialysezentren sind ausgestattet – für wenige Wochen.“  

    Kalayci hatte für die Lieferung aus China die Bundeswehr um Amtshilfe für den Transport der Schutzausrüstung nach Berlin gebeten.

    Verschwundene Schutzmasken

    Nach Angaben des Berliner Senats war zuvor eine Lieferung von 200.000 Schutzmasken auf dem Flughafen der thailändischen Hauptstadt Bangkok verschwunden. Der Grund war am Samstag noch unbekannt.

    Die Masken waren für die Berliner Polizei bestimmt. Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte am Freitag mitgeteilt, die Masken seien auf Betreiben der USA „konfisziert“ worden. Das Weiße Haus hatte laut „T-Online“ dementiert, sich in die Beschaffung der Masken eingeschaltet zu haben. Ein hoher US-Regierungsbeamter bezeichnete die Vorwürfe aus Berlin als „komplett falsch“.

    Wie ein Sprecher der Berliner Polizei dem „Tagesspiegel“ sagte, kann von „Konfiszieren“ keine Rede sein. Die Polizei habe die Masken bei einem deutschen Zwischenhändler verbindlich bestellt, dieser habe die Ware dann offenbar in die USA umgeleitet.  Dem „Tagesspiegel“ zufolge könnte Thailand selbst die Lieferung gestoppt haben. Oder der Händler habe die Ware zu einem höheren Preis verkauft, womöglich in die USA.

    Polizei und Senatsverwaltung versuchten nun selbst herauszufinden, was vorgefallen sei, hieß es in der Zeitung. Falls die Masken wirklich in die USA gingen, ist auch noch unklar, wer sie dort geordert hat.

    Vorwurf gegen Berliner Senat

    Die Berliner CDU warf dem Senat „bewusste Irreführung“ und „Desinformation“ vor. „Der Senat sucht einen Schuldigen, um seine eigene Unfähigkeit bei der Beschaffung von Schutzausrüstungen zu verschleiern. Er hat für die Krise nicht vorgesorgt“, erklärte Burkard Dregger, CDU-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus von Berlin.

    Mehrere Politiker der rot-rot-grünen Koalition, darunter Senatskanzleichef Christian Gaebler aus den Reihen der SPD, warfen Dregger daraufhin „billige Polemik“ und Stimmungsmache vor.

    mka/gs/dpa

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    Atemschutzmasken, Berlin