14:32 23 Oktober 2020
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    Das Ringen um Europas Energie – Alles Wichtige zu Nord Stream 2 (71)
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    Das dem Konzern Gazprom gehörende Schiff „Akademik Cherskiy“, das als möglicher Fertigbauer von Nord Stream 2 betrachtet wird, hält nun seinen Kurs auf Europa, wie russische Medien unter Berufung auf Daten der Monitoring-Ressourcen Marine Traffic und Vesselfinder berichten.

    Das Schiff hat offenbar ein neues Endziel. Laut den jüngsten Angaben der Monitoring-Ressourcen änderte es seinen Kurs in Richtung Las Palmas. Der Hafen befindet sich auf den Kanarischen Inseln. Das Schiff wird dort am 18. April erwartet.  

    Am 9. Februar hatte die „Akademik Cherskiy“ ihren langfristigen Ankerort, den Hafen von Nachodka im Fernen Osten, verlassen und Kurs auf Singapur genommen, wo es am 22. Februar hätte ankommen sollen. Allerdings hatte das Schiff dann auch sein weiteres Reiseziel - Sri Lanka - passiert. Danach wurde der Kurs bis zur Stadt Suez verlegt, die Route dann aber wieder geändert: auf den Hafen Maputo in Mosambik. Danach war das Schiff auf dem Weg nach Kapstadt und hätte am 10. April in Kongo ankommen sollen.   

    Eventueller Retter von Nord Stream 2

    Im Dezember 2019 hatte Russlands Energieminister Alexander Nowak erklärt, der Gazprom-Rohrverleger „Akademik Cherskiy“ sei eine der Varianten für den Fertigbau von Nord Stream 2, allerdings werde eine gewisse Zeit für die zusätzliche Vorbereitung des Schiffs erforderlich sein.

    Nord Stream 2

    Die Pipeline Nord Stream 2 hat einen geschätzten Wert von umgerechnet etwa 9,5 Milliarden Euro. Erdgas aus Russland soll in die EU durch zwei parallel verlaufende Stränge von mehr als 2400 Kilometer Gesamtlänge fließen – bis zu 55 Milliarden Kubikmeter jährlich. Die Leitung verläuft durch das Territorialgewässer Russlands, Finnlands, Schwedens, Dänemarks und Deutschlands.

    Gegner und Befürworter

    Mehrere Länder stemmen sich gegen das Projekt: Die Ukraine befürchtet schwere Einbußen nach einem möglichen Wegfall des russischen Gastransits durch ihr Territorium. Polen, Lettland und Litauen lehnen das Vorhaben als politisch motiviert ab. Und die USA wollen russisches Pipelinegas in Europa durch ihr deutlich teureres verflüssigtes Erdgas (LNG) ersetzen.

    Im Dezember 2019 hatte der US-Senat Sanktionen gegen das Gasprojekt Nord Stream 2 in seinen Gesetzentwurf über den Rüstungsetat (NDAA/National Defense Authorization Act) für 2020 einbezogen. Der amerikanische Staatschef, Donald Trump, unterschrieb das Dokument am 20. Dezember.

    Die aktivsten Befürworter der Leitung sind Deutschland und Österreich. Beide Länder sind der Ansicht, dass das Projekt die Energiesicherheit Europas stärken wird, und weisen auf die Zuverlässigkeit Russlands als Energielieferant hin. Präsident Putin zufolge soll der ukrainische Gastransit auch nach dem Fertigbau dieser Pipeline bestehen bleiben.

    Moskau spricht von konkurrenzfähigem Projekt

    Moskau hatte mehrmals erklärt, dass Nord Stream 2 ein ausschließlich kommerzielles und konkurrenzfähiges Projekt sei. Russlands Vize-Energieminister Pawel Sorokin sagte Mitte Februar in Berlin, die Ostsee-Gaspipeline werde bis Ende 2020 oder spätestens bis Anfang 2021 fertiggebaut.

    ak/ae/sna

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    Kanarische Inseln, Fertigbau, Gazprom, Schiff, Europa, Nord Stream 2