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    Wissenschaftler aus Wuhan haben Covid-19-Antikörper im Blut von Haustieren entdeckt. Bei fast einem Viertel der Haustiere wurden Covid-19-Spuren entdeckt. Es brach Panik aus. Es kam sogar zu Aufrufen, die Tiere zu töten. Zurzeit gibt es nicht genügend Angaben, die beweisen, dass der Erreger vom Tier auf den Menschen übergeht.

    Das Vorhandensein von Covid-19-Spuren bei Haustieren haben Studien der Agrar-Universität Huazhong und des Instituts für Virologie in Wuhan ergeben.

    Einzelne Berichte darüber, dass Covid-19 nicht nur Menschen, sondern auch Haustiere treffen kann, tauchten in verschiedenen Medien und im Internet auf. So verbreitete sich im Netz das von der britischen Zeitung „Daily Mail“ veröffentlichte Tagebuch des aus Nordwales stammenden Englischlehrers Connor Reed, der in Wuhan arbeitete. Ende November bekam er Grippe-Symptome, die er zunächst kaum bemerkte. Dennoch verlief die Krankheit ungewöhnlich schwer und lang, er beschrieb seinen Zustand im Tagebuch. So betonte Reed auch, dass selbst seine Katze sich schlecht fühlt und einen Bogen um den Fressnapf macht. Nach einigen Wochen wurde Reed wieder gesund, doch seine Katze starb. Reed fragte sich im Tagebuch, ob die Grippe auf das Tier übertragen werden konnte. Anschließend wurde er von einem Krankenhaus in Wuhan angerufen, wobei ihm mitgeteilt wurde, dass sein Covid-19-Test positiv war.

    Nun entschlossen sich Wissenschaftler aus Wuhan zu einer Studie zu den Haus- und Straßenkatzen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die Ergebnisse wurden in einem Artikel auf der Webseite BioRxiv veröffentlicht. Demnach wurden in 15 Prozent der Proben der Haus- und Straßenkatzen in Wuhan Antikörper entdeckt. Das bedeutet, dass die Tiere infiziert gewesen waren und sich dem Coronavirus zur Wehr setzen konnten. Bei den Hauskatzen, deren Besitzer auch mit dem Coronavirus infiziert waren, ist die Konzentration der Antikörper deutlich höher. Deshalb mutmaßten die Wissenschaftler, dass das Virus von Mensch zu Tier bzw. von Tier zu Tier übertragen werden kann.

    Nach der Veröffentlichung des Artikels diskutierten chinesische Blogger eifrig, was nun mit den Haustieren geschehen solle. Die meisten Teilnehmer der Diskussion machten sich zwar darüber Sorgen, wie man die Haustiere schützen soll, doch einige schlugen ziemlich drastische Maßnahmen vor – aus Vorsicht zumindest die Straßentiere zu töten, um eine Ausbreitung von Covid-19 wie bei der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern, als bei jeglichem Verdacht der Viehbestand vernichtet wurde.

    Haustiere müssten selbstverständlich während der Epidemien ebenfalls geschützt werden, wie es aus einer Tierklinik in Chengdu heißt. Zudem wurde empfohlen, die Kontakte der eigenen Haustiere mit anderen Tieren bzw. Menschen zu begrenzen. Dennoch solle man wegen der Übertragung des Virus vom Tier auf den Menschen nicht in Panik geraten, geschweige denn die eigenen Haustiere verlassen.

    „Wenn Haustiere während der Epidemie nicht aus dem Haus gelassen werden, wenn Kontakte der Tiere mit anderen Menschen begrenzt werden, werden die Tiere relativ sicher bleiben. Obwohl auch festgestellt wurde, dass sich einige Tiere bei Menschen mit dem Virus angesteckt haben, bedeutet das nicht, dass die Infektion in die andere Richtung übertragen werden kann – vom Tier auf den Menschen. Deshalb sollten sich die Besitzer von Haustieren nicht zu große Sorgen machen, und auf keinen Fall ihre Haustiere aussetzen. Sollten bestimmte Anzeichen der Krankheit auftauchen, müsse das Tier unbedingt zum Arzt gebracht werden und den Empfehlungen gefolgt werden. Wir bestehen darauf, dass die Tiere während der Epidemie nicht aus dem Haus gelassen werden dürfen. Falls jedoch ein akuter Bedarf besteht, sollte der Kontakt mit anderen Menschen vermieden werden, zudem sollte eine entsprechende Desinfektion erfolgen“.

    Nach der Veröffentlichung des Artikels begann in chinesischen Sozialen Netzwerken eine Flashmob-Aktion – Menschen teilen ihre Erfahrungen, wie das Leben der Haustiere während der Ausgangssperre angenehm gestaltet wird bzw. wie die Temperatur gemessen werden kann. Auf einigen Plattformen werden sogar spezielle Maulmasken und Schutzmützen verkauft. Allerdings ist die Ausgangssperre wohl das effektivste Mittel im Kampf gegen Covid-19. Doch am wichtigsten ist – immer mehr Internet-User geben zu, dass die Menschen Verantwortung für ihre Haustiere tragen. Hashtag #lassenunsereHaustierenichtimStich sammelte auf Weibo bereits mehr als neun Mio. Klicks.

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    Tags:
    Ausgangssperre, Ansteckung, Coronavirus, Haustiere