12:20 31 Oktober 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    3859329
    Abonnieren

    Die Trümmer der viermotorigen Maschine mit der Bordnummer 59645 liegen bis heute unentdeckt am Grund der Ostsee vor der lettischen Küste. Am 8. April 1950 hat eine Gruppe sowjetischer Jagdflieger den amerikanischen Fernaufklärer abgeschossen. Ein lettisches Denkmal zeugt heute davon auf unerwartete Weise.

    Sowjetische Diplomaten hatten die amerikanische Regierung mehrfach gewarnt, dass die Aufklärungsflüge im sowjetischen Luftraum über der Ostsee einmal ein böses Ende nehmen würden. Aber die Amerikaner setzten die Flüge, Provokationen und Grenzverletzungen fort. Seit 1946 ging das so.

    Die Wende kam, als die sowjetische Flugabwehr mit den Schnelljägern Lawotschkin La-11 ausgerüstet wurde. Der Kolbenmotor beschleunigte das Kampfflugzeug auf bis zu 694 km/h – in 10.000 m Höhe, bei 2.235 km Reichweite. Drei Bordkanonen machten es möglich, die meisten Jagd- und Bombenflugzeuge der NATO abzuwehren.

    Am Abend des 8. April kam es zum Showdown. Leutnant Boris Dokin vermerkte später in seinem Bericht, eine Gruppe von La-11-Maschinen sei um 17.22 Uhr gestartet und habe nach circa zehn Minuten in 4.000 Metern Höhe südlich der Stadt Liepaja eine PB4Y Privateer (auf dem Titelbild - Anm. d. Red.) mit den Erkennungszeichen der US Navy entdeckt.

    Die US-Piloten weigerten sich, den Anweisungen der sowjetischen Flugabwehr zu folgen, drehten um und nahmen Kurs auf die Staatsgrenze. Das war wohl das Kalkül der Amerikaner: Bis zum neutralen Luftraum waren es nur noch 20 Kilometer – oder drei Flugminuten.

    „Also setzte ich eine Warnsalve ab: 12 Schuss. Der Eindringling eröffnete das Feuer gegen mich. Da eröffnete Genosse Leutnant Tesjaew gezielt das Feuer gegen den Eindringling, der daraufhin rasch an Höhe verlor und in etwa 500 Metern Höhe in die Wolken hineinflog. Schätzungsweise stürzte das Flugzeug in fünf bis zehn Kilometern vor der Küste ab“, heißt es in Dokins Bericht.

    Ein anderer Kampfpilot der sowjetischen Kräfte berichtet zwei Stunden später, die amerikanische Marine fahre Suchformation zwischen Gotland und Bornholm, was darauf schließen lasse, dass sich „wichtige Geheimdokumente und -ausrüstung“ an Bord des Flugzeugs befänden. Letztlich musste das Pentagon einräumen, die abgeschossene Maschine sei auf Aufklärungsmission gewesen.

    2010 ist in Liepaja an einem Denkmal für verstorbene Seeleute eine Ehrentafel mit den Namen der Piloten angebracht worden, die am 8. April 1950 das amerikanische Spionageflugzeug steuerten. Es verging nicht viel Zeit, bis eine handschriftliche Aufschrift an der Ehrentafel prangte: „Ruhm der Flugabwehr der UdSSR“.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Covid-19: Der Moment, an dem die Überwachung aller durch die Regierung begann?
    Rund 30 Jugendliche sollen in Wiener Kirche randaliert und „islamistische Parolen” gerufen haben
    Das müssen Putin und Merkel wissen – Gysi über Verhältnis zu Russland und Berlin als Hauptvermittler
    Heftige Explosion in Tscheljabinsker Krankenhaus – Video
    Tags:
    Litauen, Ostsee, Luftabwehr, Aufklärungsflugzeug, Aufklärungsflug, U.S. Navy, US-Navy, USA, UdSSR, Sowjetunion