21:47 28 November 2020
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    Man kann es einen Epic Fight nennen, was am 12. April 1951 im Himmel über dem Yalu-Fluss in Korea passierte: 44 sowjetische MiG-15-Jäger starten zum Abfangen von 124 amerikanischen Kampfflugzeugen. Die Sowjets verlieren nicht einen einzigen Jet.

    Das totale Fiasko der US Air Force ist den Geschichtsschreibern in den USA nur wenige Zeilen wert. Man schweigt lieber. Am 12. April 1951 seien in Korea nur drei Bomber B-29 zerstört und sieben weitere beschädigt worden, „wonach die US Air Force die Bombereinsätze über Korea für drei Monate aussetzte“, heißt es beispielsweise im englischsprachigen Wikipedia-Artikel zum Koreakrieg.

    Kann also nicht so schlimm gewesen sein, müsste man denken – wären nicht die Augenzeugenberichte, aus denen wir wissen, wie an die 100 amerikanischen Kampfpiloten an jenem Tag in Gefangenschaft gerieten.

    48 Bomber B-29 Superfortress waren am Donnerstag, den 12. April 1951, zum Angriff auf die Stadt Sinuiju gestartet. Begleitet wurde die Bomberflotte von Kampfjets F-86 Sabre, F-84 Thunderjet und F-80C Shooting Star – insgesamt 76 Maschinen. Zum Abfangen dieser 124-Einheiten-starken Armada stiegen 44 sowjetische MiG-15 auf.

    „Die Bomber flogen in drei Gruppen je 16 Maschinen. Meine Einheit hatte den Auftrag, die amerikanischen Kampfjets anzugreifen und sie somit von den Bombern zu trennen. Noch im Zielanflug eröffneten wir das Feuer. Ich hatte die Kommandeursmaschine im Thunderjet-Geschwader ausgemacht und schoss darauf. Die erste Salve ging an deren Heckflosse vorbei, die zweite traf mitten ins Ziel. Die F-84 fing an zu qualmen, drehte um und fiel ins Trudeln. Dann ging für uns die Jagd los nach den übrigen Kampfjets der Amerikaner. An den Schutz ihrer Bomber dachten die US-Piloten schon gar nicht mehr“, erinnert sich Luftwaffenoffizier und Held der Sowjetunion Sergej Kramarenko.

    Nachdem sie den Geleitschutz auseinandergeschossen hatten, stürzten sich die MiGs auf die Bomber. Chancen hatten die amerikanischen B-29 so gut wie keine, denn die sowjetischen Jäger waren den Bombern in puncto Geschwindigkeit und Wendigkeit weit voraus. Die drei Bordkanonen der MiG-15 ermöglichten mächtigen Beschuss aus 800 Metern Entfernung.

    Start einer Staffel sowjetischer MiG-15-Jäger (Archivbild)
    Start einer Staffel sowjetischer MiG-15-Jäger (Archivbild)

    „Unter uns nannten wir die Stratofortress ‚fliegende Laube‘: groß und schwerfällig, mit 50 Metern Länge – ein leichtes Ziel“, sagt Kramarenko. Die Bomber kehrten um, in Richtung des Meeres, um Schutz zu suchen bei der Flugabwehr der US Navy.

    „Später zählten wir nach, dass unser Luftkampf nur neun Minuten gedauert hatte. In dieser kurzen Zeit haben unsere Kampfpiloten nach offiziellen, von US-Amerikanern anerkannten Daten zwölf Bomben- und fünf Jagdflugzeuge abgeschossen. Nur: Wir hatten damals die Mitteilung, dass von den 48 gestarteten Bombern nur 23 Maschinen zurückgekehrt seien. Die restlichen B-29 seien angeschossen ins Meer gestürzt. Derart massige Verluste an Technik und Piloten hatten die Amerikaner bis dato nicht erlebt“, so Generalmajor Kramarenko.

    Die Piloten der 324. Jagddivision verloren in dem Kampf keine einzige Maschine. Sergej Kramarenko flog im Koreakrieg insgesamt 104 Einsätze, absolvierte 42 Luftkämpfe und schoss 13 gegnerische Flugzeuge ab.

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    Tags:
    UdSSR, Sowjetunion, Nordkorea, USA, US Air Force USAF, USAF, MiG, Koreakrieg, Langstreckenbomber, B-29