15:57 07 Juli 2020
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    Nachrichtenüberblick: Handel für schnelle Öffnung der Läden; Erste junge Flüchtlinge fliegen von Athen nach Luxemburg; Südkorea wählt neues Parlament; Trump setzt Zahlungen an WHO aus; Söder gegen schnelle zeitnahe Schulöffnungen; Virologe sieht Probleme bei Geisterspielen

    Sputnik präsentiert Ihnen in Kürze, was in der Nacht zum Mittwoch geschehen ist.

    Handel für schnelle Öffnung der Läden

    Der Stillstand in der Corona-Krise trifft die deutsche Wirtschaft hart. Vor allem im Handel wird der Ruf nach einer Wiedereröffnung der Geschäfte immer lauter.

    Die Industrie mahnt einen verbindlichen Fahrplan für eine schrittweise Lockerung der Beschränkungen an. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder wollen heute Nachmittag in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen in der Krise beraten. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland, Stefan Genth, warnte, wenn die Läden in den Innenstädten noch lange flächendeckend schließen müssten, drohe eine gewaltige Pleitewelle und somit ein bleibender Schaden für die vitalen Stadtzentren. Der Einzelhandel müsse flächendeckend wieder öffnen dürfen, sobald dies gesundheitspolitisch vertretbar sei.

    Erste junge Flüchtlinge fliegen von Athen nach Luxemburg

    Die Ausreise minderjähriger Flüchtlinge aus den überfüllten griechischen Flüchtlingslagern in andere EU-Länder beginnt am heutigen Mittwoch. Zwölf Kinder sollen am Vormittag an Bord eines Flugzeugs aus Athen nach Luxemburg kommen. Sie stammen aus den berüchtigten Lagern der Inseln Lesbos, Chios und Samos. Wie das Migrationsministerium in Athen mitteilte, sollen am Samstag weitere 50 Minderjährige aus Griechenland nach Deutschland fliegen. Das Innenministerium in Berlin bestätigte den Flug. Weitere Einzelheiten wurde zunächst nicht bekannt. Der Plan sieht vor, dass rund 1600 Minderjährige in andere EU-Staaten gebracht werden sollen.

    Südkorea wählt neues Parlament

    Trotz der Coronavirus-Krise sind heute bei der Parlamentswahl in Südkorea Millionen von Menschen wählen gegangen. Die Wahl gilt nicht nur als allgemeiner politischer Stimmungstest, sondern dürfte auch zeigen, wie die Wähler das Krisenmanagement der Regierung bewerten. Die regierende Demokratische Partei Koreas des gemäßigt linken Präsidenten Moon Jae In ging dabei als Favorit ins Rennen. Ziel der konservativen Vereinigten Zukunftspartei, der größten Oppositionspartei war es, eine klare Mehrheit des Regierungslagers in der Nationalversammlung zu verhindern.

    Trump setzt Zahlungen an WHO aus

    Mitten in der Coronavirus-Pandemie hat US-Präsident Trump die Beitragszahlungen seines Landes für die Weltgesundheitsorganisation eingefroren. Trump sagte in Washington, die WHO habe bei ihrer grundlegenden Aufgabe versagt und müsse zur Rechenschaft gezogen werden. Durch das Missmanagement der WHO und deren Vertrauen auf Angaben aus China habe sich die Epidemie dramatisch verschlimmert und rund um die Welt verbreitet, sagte Trump. Seine Regierung werde in den kommenden 60 bis 90 Tagen prüfen, welche Rolle die WHO bei der schlechten Handhabung und Vertuschung der Ausbreitung des Coronavirus gespielt habe. So lange lägen die Zahlungen auf Eis.

    Söder gegen schnelle zeitnahe Schulöffnungen

    Anders als Nordrhein-Westfalen lehnt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder eine zeitnahe Öffnung der Schulen nach den Osterferien wegen der andauernden Corona-Pandemie ab.

    Polizeiauto in Deutschland (Symbolbild)
    © REUTERS / Michele Tantussi (SYMBOLFOTO)

    Er sei sehr zurückhaltend bei Schulen, sagte der CSU-Chef im ZDF. Skeptisch sehe er auch, dass Grundschulen als Erstes geöffnet werden sollen. Bei den Abschlussprüfungen, glaube er, könne man großzügig sein, denn die Schüler bräuchten den Abschluss auch für den weiteren Berufsweg. Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder wollen heute über das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus beraten.

    Virologe sieht Probleme bei Geisterspielen

    Der Virologe Ulf Dittmer sieht dem Vorhaben der Fußball-Bundesliga, die Saison in der anhaltenden Corona-Krise mit Geisterspielen zu beenden, mit gemischten Gefühlen entgegen. Für unproblematisch hält er Pläne, nur rund 250 Beteiligte pro Partie in das Stadion zu lassen. Andere angeblich angedachte Maßnahmen bewertet der Direktor des Essener Instituts für Virologie in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur jedoch kritisch. So äußerte er Zweifel, ob die angeblich alle drei Tage geplanten Tests von Profis und Betreuern auf das Corona-Virus ethisch vertretbar seien. Man habe keine unendlichen Testkapazitäten. Man müsse die Tests so vernünftig einsetzen, dass sie denjenigen Personen, die sie wirklich benötigen, zugutekämen. Das sehe er sehr kritisch, wenn sich die Ressourcen für die Tests nicht deutlich verbessern, sagte Dittmer.

    mk/dpa/ae

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    Tags:
    Luxemburg, WHO, Donald Trump, USA, Deutschland, Flüchtlinge, Migranten, Lockerung, Beschränkungen