19:47 03 Juli 2020
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    Der Tierpark Neumünster in Schleswig-Holstein hat wegen der Corona-Zwangsschließung Notpläne für das Schlachten seiner Tiere erarbeitet.

    Aufgrund der Coronavirus-Pandemie sind viele Zoos in eine finanzielle Schieflage geraten. Beispielweise hat der Tierpark Neumünster keine Einnahmen durch Besucher und existiert derzeit nur dank Spenden. 

    „Wir sind ein Verein“, erklärte Zoodirektorin Verena Caspari.

    „Wir bekommen keine städtischen Gelder, und alles, was wir bis dato an Landesgeldern beantragt haben, ist noch nicht eingetroffen.“

    Notpläne erarbeitet

    In der entstandenen Situation erarbeitet der Tierpark Notpläne für das Schlachten seiner Tiere.

    „Doch wenn - und das ist wirklich der aller worst, worst case - wenn ich kein Geld mehr habe, Futter zu kaufen, oder wenn es passieren sollte, dass mein Futterlieferant aufgrund neuer Restriktionen nicht mehr liefern kann, dann würde ich Tiere schlachten, um andere Tiere zu füttern.“ Das wäre dann aber der allerletzte Schritt.

    Zuvor hatte die „Welt“ über diese Pläne des Tierparks berichtet. „Wir haben eine Liste erstellt, welche Tiere wir als Erstes schlachten müssen“, sagte Caspari damals. Im schlimmsten Fall müssten einige Zootiere dann verfüttert werden. „Und dann stellt sich immer noch die Frage, was ich mit den reinen Fischfressern mache, den Seehunden und Pinguinen.“ Es gäbe dann wohl nur einen Ausweg:

    „Im schlimmsten Fall werde ich Tiere euthanasieren müssen, ehe ich sie verhungern lasse“, erläuterte sie.

    Eisbär Vitus

    Sie betonte, man könne natürlich versuchen, Tiere an andere Betriebe abzugeben. „Das ist aber nicht mit allen Tieren so einfach“, merkte die Zoodirektorin an. Zum Beispiel der 3,60 Meter große Eisbär Vitus, der mit seinem Gewicht von etwa 700 Kilogramm zu den Größten seiner Art in Deutschland zählt:

    „Wenn es hier ganz hart auf hart kommt, und der Tierpark aufgelöst werden müsste, kann ich den nicht einfach in eine Kiste stecken und woandershin transportieren.“

    Zoodirektorin bleibt trotz Corona zuversichtlich

    Doch Caspari zeigt sich zuversichtlich, dass es nicht soweit kommen wird.

    Andere Zoos hätten versprochen, den Neumünsteranern Fisch und Fleisch zukommen zu lassen, „wenn hier der allerschlimmste Fall eintreten würde“, so Caspari.

    ak/ae/dpa

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    Tags:
    Coronavirus, Tiere, Zoo, Tierpark, Deutschland