08:26 23 Oktober 2020
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    Für die andauernden Löscharbeiten im radioaktiv belasteten Gebiet um das ukrainische Atomkraftwerk Tschernobyl gibt es nun auch deutsche Unterstützung. Die deutsche Botschaft in Kiew teilte mit, dass die schnelle Hilfe im Gesamtwert von 230.000 Euro 80 Dosimeter, rund 15 Kilometer Feuerwehrschläuche und ein Tanklöschfahrzeug umfasse.

    In der Region gibt es weiterhin mindestens sechs Schwelbrände, wie auf den am Samstag vom ukrainischen Katastrophenschutz in Kiew veröffentlichten Landkarten zu sehen war. Mehr als 700 Feuerwehrleute löschten die Brände auch mit Hilfe von Hubschraubern. Es liegen keine Flächenangaben vor.  Zuvor wurde die abgebrannte Fläche anhand von Satellitenbildern auf rund 11.500 Hektar geschätzt. Die Umweltorganisation Greenpeace geht von mehr als dem Vierfachen aus.

    Im benachbarten Gebiet Schytomyr hatten an der Grenze zur Ex-Sowjetrepublik Belarus (Weißrussland) am Donnerstag ausgebrochene Waldbrände auf Dörfer übergegriffen und 38 Wohnhäuser zerstört. Etwa 50 Menschen mussten nach Angaben des Gebietsgouverneurs Vitali Bunetschko in Sicherheit gebracht werden.

    Kiew vom Smog vernebelt

    Der durch die Brände verursachte Rauch hat die knapp 70 Kilometer vom Sperrgebiet entfernte Hauptstadt Kiew eingehüllt. Die Strahlungswerte in Kiew seien normal, teilten die Behörden mit. Sie forderten die Einwohner dennoch auf, zu Hause zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten.

    Ursache der Feuer oft Brandstiftung

    Am 4. April hatten offenbar Anwohner, die Müll verbrannten, die Waldbrände ausgelöst. In den vergangenen Jahren kam es mehrfach zu Feuern in den unbesiedelten Gebieten der Sperrzone. Als Ursache gilt oft Brandstiftung.

    Was geschah vor 34 Jahren 

    Nach der Explosion des Reaktorblocks vier im damals noch sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl im April 1986 wurden radioaktiv verstrahlte Landstriche um die Atomruine gesperrt. Es wurde eine 2600 Quadratkilometer große Sperrzone eingerichtet. Es gab Tausende Tote und Verletzte. Zehntausende Menschen wurden zwangsumgesiedelt.

    Die Gegend ist weitgehend unbewohnt, aber knapp 200 Menschen blieben - trotz Anordnungen, das Gebiet zu verlassen. Der Reaktorunfall hatte schwere Umweltfolgen. Die freigesetzten radioaktiven Stoffe, vor allem das langlebige Cäsium-137, spielen auch heute noch in Mitteleuropa eine Rolle.

    ls/mt/dpa

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