09:21 30 September 2020
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    Die Marine von Benin hat am Dienstag elf Crewmitglieder des Containerschiffs „Tommi Ritscher“ befreit, das zuvor von Piraten vor der Küste Westafrikas gekapert wurde. Bei dem Überfall wurden mutmaßlich acht Besatzungsmitglieder verschleppt – darunter drei Russen.

    Das Containerschiff gehört der deutschen „Reederei Gerd Ritscher“. Nach Angaben der Consultingfirma MIT war die 255 Meter lange Tommi Ritscher am Sonntag angegriffen worden, als sie vor dem Hafen Cotonou in Benin lag. Örtliche Behörden sollen elf Crewmitglieder unversehrt aus einem Sicherheitsraum an Bord befreit haben. An dem Einsatz in der Nacht zum Dienstag waren demnach die Marine von Benin und Spezialkräfte aus dem Nachbarstaat Nigeria beteiligt.

    Bei den acht vermissten Mitgliedern der Besatzung müsse man davon ausgehen, dass die Piraten sie gekidnappt haben, hieß es. Das Schiff befinde sich in den Hoheitsgewässern Benins und werde von Patrouillenbooten der Marine blockiert.

    Russen unter den Verschleppten

    Die russische Botschaft für die Staaten Benin und Togo schrieb am Dienstag auf Twitter, es würden drei Russen als Geiseln gehalten. MTI machte zur Nationalität der Seeleute keine Angaben, um Verhandlungen über eine Freilassung der Entführten nicht zu gefährden.

    Die auf Sicherheit in der Schifffahrt spezialisierte Firma „Dryad Global“ in London berichtete, die Besatzung des Schiffs stamme aus Russland, der Ukraine, Bulgarien und von den Philippinen. In der Region im Golf von Guinea habe es 2020 bereits mehrere Piratenangriffe gegeben.

    Über Forderungen der Piraten war zunächst nichts bekannt. Die russische Botschaft teilte mit, sie sei in engem Kontakt mit den lokalen Behörden. Die sechs Jahre alte „Tommi Ritscher“ kann 4785 Standardcontainer (TEU) tragen und ist auf der portugiesischen Insel Madeira registriert.

    mka/gs/dpa

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    Tags:
    Geiseln, Containerschiff, Piraten