22:01 19 September 2020
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    Aufgrund der Corona-Pandemie ist einer der vielen Fifa-Prozesse eingestellt worden. Da die angeklagten DFB-Funktionäre nicht zum Prozess in Bellinzona (Kanton Tessin) erschienen sind, musste das Bundesstrafgericht den Fall verschieben. Dies führte zu einer Verjährung der Straftaten, so dass davon auszugehen ist, dass kein Urteil mehr gefällt wird.

    Aufgrund der Corona-Pandemie ist einer der vielen Fifa-Prozesse eingestellt worden. Da die angeklagten DFB-Funktionäre nicht zum Prozess in Bellinzona (Kanton Tessin) erschienen sind, musste das Bundesstrafgericht den Fall verschieben. Dies führte zu einer Verjährung der Straftaten, so dass davon auszugehen ist, dass kein Urteil mehr gefällt wird.

    Der erste Prozess in den Verfahren der Fifa-Reihe endet für die Bundesanwaltschaft mit einem enormen Misserfolg. Aufgrund der Maßnahmen im Zuge der Eindämmung des Coronavirus musste der Prozess temporär eingestellt werden. Ursprünglich hatte das Bundesstrafgericht vor, den Prozess Mitte März durchzuführen. Dieser Termin wurde jedoch vorerst auf den 20. April verschoben und nun erneut auf den 27. April. Somit verjähren die Straftaten der Fußballfunktionäre Theo Zwanziger und Horst R. Schmidt.

    Kein Urteil gegen DFB-Funktionäre

    Aus diesem Grund sei auch laut der Schweizer Zeitung „Tages-Anzeiger“ kein Urteil mehr zu erwarten. Die ehemaligen Funktionäre des Deutschen Fußballbundes (DFB) sind im März nicht in Bellinzona aufgetaucht, da sie aufgrund ihres Alters und den bestehenden Vorerkrankungen zur Risikogruppe gehörten. In einem früheren Beschluss habe das Bundesstrafgericht aber mitgeteilt, dass die Funktionäre beim Prozess anwesend sein müssten. Dies sei wichtig, um die Verteidigungsrechte der Angeklagten nicht zu verletzen.

    Zum Prozess im März erschienen sind hingegen der frühere Fifa-Generalsekretär Urs Linsi sowie Wolfgang Niersbach, der dritte frühere Vertreter des DFB. Das Verfahren von Franz Beckenbauer sei in der Vergangenheit von den restlichen Fifa-Prozessen abgetrennt worden. Laut dem „Tages-Anzeiger“ solle dieser sich ebenfalls nicht mehr in diesem Zusammenhang mit der Schweizer Justiz auseinandersetzten müsse. Insgesamt seien rund 25 Verfahren im sogenannten Fifa-Komplex gestartet worden, davon seien laut der Bundesanwaltschaft noch 20 Strafverfahren hängig.

    Kontroverse um Geldbetrug

    Zwanziger, Schmidt und Linsi wurden wegen Betrugs angeklagt, während Niersbach nur wegen Gehilfenschafts zu Betrug angeklagt wurde. Zurückzuführen ist der Fall auf die Fußball-Weltmeisterschaft im Jahre 2006. Gemäß der Anklageschrift haben Zwanziger und Schmidt mithilfe von Linsi ein von Franz Beckenbauer privat aufgenommenes Darlehen mit Geldern des DFB von einem Fifa-Konto beglichen haben. Dieses Darlehen hätte Beckenbauer beim ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von Adidas, Robert Dreyfus, bezogen.

    Die damals aufgenommene Summe von zehn Millionen Franken, wollte Beckenbauer laut Anklageschrift nicht aus eigener Tasche zahlen. So habe er diese über die Gelder des DFB beglichen. Um die Einwilligung der Präsidialkommission zu erhalten, habe das OK-Präsidium die Zahlung von umgerechnet 6,7 Millionen Euro kaschiert. Dabei haben Zwanziger und Schmidt vorgegeben, das Geld aus dem Kulturbudget der WM genommen zu haben. Über diesen Plan sei auch Wolfgang Niersbach aufgeklärt gewesen.

    lm

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    Tags:
    Fußball-WM, Schweiz, Franz Beckenbauer, Deutscher Fußball-Bund (DFB), FIFA, Fußball