22:11 27 November 2020
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    Ehemalige Insassen finnischer Konzentrationslager in Karelien haben das russische Ermittlungskomitee aufgerufen, Verbrechen der Besatzungsmacht aus der Zeit des Großen Vaterländischen Krieges (1941-1945) zu untersuchen.

    Die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti hatte Unterlagen veröffentlicht, die Kriegsverbrechen finnischer Faschisten an sowjetischen Zivilisten dokumentieren. Die einst geheimen Unterlagen waren vom Inlandsgeheimdienst FSB in der Nordwest-Region Karelien freigegeben worden. Das Ermittlungskomitee (SK) kündigte am Montag eine Ermittlung zu Verbrechen der Finnen in Karelien an.

    In einem Schreiben an SK-Chef Alexander Bastrykin äußern sich nun vier ehemalige KZ-Insassen wie folgt:

    „Wir, die unterzeichnenden Gefangenen der Konzentrationslager der Stadt Petrosawodsk und lebende Zeugen unmenschlicher Behandlung durch finnische Okkupanten, bitten Sie, Verbrechen des Kommandos der finnischen Besatzungstruppen und ihrer Komplizen zu untersuchen und diese für ihre Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen“.

    Das Schreiben, das von Valentina Moschnikowa, Tamara Kardasch, Lenina Makejewa und Galina Tschapurina signiert wurde, liegt RIA Novosti vor.

    Darin wird darauf verwiesen, dass Finnen „die Zivilbevölkerung nach nationalem Merkmal unterschieden, Gewalt und Ausrottung ausgesetzt“ hätten und ihr Vorgehen „Merkmale eines Genozids“ aufweise.

    „Uns ist bekannt, dass die Leiter des Besatzungsregimes wegen ihrer Verbrechen an der Zivilbevölkerung der Republik Karelien nicht zur Verantwortung gezogen wurden“, so die Verfasserinnen des Schreibens. Sie räumen ein, dass die Namen und Dienstgrade der verwickelten finnischen Soldaten und Kommandeure jetzt kaum noch geklärt werden könnten.

    Zwischen 1941 und 1944 waren auf dem Gebiet der Karelo-Finnischen Sozialistischen Sowjetrepublik Dutzende Lager für Zivilisten eingerichtet worden, darunter sechs allein in Petrosawodsk. Anfang April 1942 befanden sich dort etwa 24.000 Insassen, was rund 30 Prozent der Bevölkerung in der Besatzungszone ausmachte. Nach Angaben aus den freigegebenen Archiven waren mehr als 90 Prozent der Häftlinge Russen, Weißrussen, Ukrainer. Laut Historikern wurden in den Lagern insgesamt etwa 50.000 Menschen interniert.

    leo/ae

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    Tags:
    Ermittlung, Insassen, Konzentrationslager, Zweiter Weltkrieg, Großer Vaterländischer Krieg, Krieg, Sowjetunion, Finnland, Karelien, Russland