23:47 11 Juli 2020
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    Demenz kann jeden treffen. Doch wer sich gesund und ausgewogen ernährt, kann das Risiko dieser Krankheit im Alter verringern. Zu diesem Schluss sind französische Wissenschaftler von der Universität Bordeaux gekommen. Ihre Forschungsergebnisse sind in der Zeitschrift „Neurology“ der US-Akademie für Neurologie veröffentlicht worden.

    Im Rahmen der Forschung haben die Experten den Zusammenhang zwischen stabilen Produktkombinationen - den sogenannten Nahrungsmittelnetzwerken - und dem Risiko von Demenz im Alter geklärt.

    „Es gibt eine komplexe Vernetzung von Lebensmitteln in der Nahrungsration einer Person, und es ist wichtig zu verstehen, wie diese Nahrungsnetze das Gehirn beeinflussen können, da die gesunde Ernährung ein vielversprechender Weg sein kann, um einer Demenz vorzubeugen“, sagte die Wissenschaftlerin Dr. Cecilia Samieri.

    An der 2015 begonnenen Studie nahmen 627 ältere Menschen mit einem Durchschnittsalter von 78 Jahren teil. 209 von ihnen litten an Demenz. Zu Beginn der Studie füllten die Teilnehmer einen Fragebogen aus, in dem sie angaben, wie oft und welche Lebenmittel sie im vergangenen Jahr konsumiert hatten – von einmal im Monat bis viermal am Tag. Danach wurden sie alle zwei bis drei Jahre ärztlich untersucht.

    Demenz entwickelte sich schneller bei den Menschen, deren Ernährung hauptsächlich aus hochverarbeitetem Fleisch, stärkehaltigen Lebensmitteln wie Kartoffeln und Snacks, Keksen und Gebäck bestand, so die Studie.

    „Frühere Studien haben gezeigt, dass eine gesunde Ernährung, die reich an grünem Blattgemüse, Beeren, Nüssen, Vollkornprodukten und Fisch ist, das Risiko von Demenz beim Menschen verringern kann“, untersrich Samieri.

    In dieser Studie hätten die Wissenschaftler die Nahrungsnetze komplexweise erforscht.

    Obwohl die Gesamtmenge an Nahrungsmitteln und die Menge an Nahrungsmitteln, die von Demenzkranken und Gesunden konsumiert wurden, nahezu gleich waren, bestanden die Hauptunterschiede zwischen den Gruppen gerade in den Produktkombinationen.

    Im Mittelpunkt in den Nahrungsmittelnetzwerken von Menschen mit Demenz stand Fleisch mit einem hohen Verarbeitungsgrad wie Wurst und Pasteten, die sie mit stärkehaltigen Nahrungsmitteln wie Kartoffeln, Alkohol, Snacks und süßem Gebäck kombinierten. Menschen ohne Demenz aßen Fleisch oder Geflügel mit einer Vielzahl von Beilagen und Nahrungsergänzungsmitteln, darunter Obst, Gemüse und Meeresfrüchte. Im Allgemeinen war ihre Ernährung vielfältiger.

    „Wir haben festgestellt, dass eine größere Auswahl an gesunden Lebensmitteln das Risiko für Demenz verringert“, so Samieri. „Tatsächlich konnte man Unterschiede in den Nahrungsnetzwerken sehen, lange bevor die Demenz diagnostiziert wurde“.

    sm/gs

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    Tags:
    Zusammenhang, Wissenschaftler, Ernährung, Demenz