15:31 28 September 2020
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    Im Zuge der Corona-Pandemie ist Mundschutz eines der kontroversen Themen. Viele Meinungen, ob Mundschutz vor dem Virus schützt oder nicht, werden seit Wochen diskutiert. Forscher aus der Schweiz versuchen nun, eine neue Art von Mundschutz herzustellen, der zum einen besser vor dem Virus schützt und zum anderen wiederverwendbar ist.

    Ob und wie gut Masken vor Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus schützen, wurde in den letzten Wochen oft diskutiert. Forscher der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) haben in den vergangenen Wochen die Effektivität von verschiedenen Maskenarten getestet. „Es gibt nicht die eine Maske, sondern ganz unterschiedliche Maskenarten – jede schützt auf andere Weise“, sagt der Physiker René Rossi zum „Schweizer Radio und Fernsehen“ (SRF). Rossi ist zudem der Leiter der Abteilung Membrane und Textilien an der Empa. Die Unterschiede der Wirksamkeit von Mundschutzmasken seien groß.

    Verschiedene Arten von Mundschutzmasken

    Zum einen gebe es die medizinischen Masken (Chirurgenmaske), welche in Krankenhäuser und bei chirurgischen Eingriffen verwendet werden. Die Hauptaufgabe dieser sei es jedoch nicht, den Träger vor Viren zu schützen, sondern das Verhindern von Durchdringen eigener Bakterien. Rossi sagt dazu:

    „Mit einer Chirurgenmaske hat man einen ausreichenden Schutz gegen Flüssigkeitstropfen. Aber vor Partikeln in der Größenordnung des Corona-Virus schützt sie nur bedingt.“

    Anders dagegen sei die Partikelschutzmaske, welche den Träger viel effektiver vor Viren und Partikeln schützt. Der Nachteil dieser sei ein fehlender Komfort. Studien hätten gezeigt, dass die Maske schnell abgesetzt beziehungsweise nur kurz getragen wird. Zuletzt gebe es noch die selbstgemachten Stoffmasken, welche jedoch ebenfalls eher schlecht abschneiden. Ganze 80 Prozent der Aerosole würden diese durchlassen – den Tests der Empa zufolge.

    Die neue „Volksmaske“

    Aufgrund der Absenz einer perfekten Maske haben es sich also die Forscher der Empa und 15 weiterer wissenschaftlicher und medizinischer Einrichtungen zur Aufgabe gemacht, eine zu kreieren. Diese sollte vor allem für die breite Bevölkerung zugänglich gemacht werden. „Community-Maske“ oder auch „Volksmaske“ wird sie von den Forschern derzeit genannt.

    Der Vorteil einer solchen „Volksmaske“ wird nicht nur der Schutz sein. Neben der Filterfunktion, die 70 Prozent der Kleinstpartikel aus der Luft filtert, werde man diese auch waschen können. Auch werde man versuchen, das Virus mittels des Materials fernzuhalten. „Das Virus ist negativ geladen“, so Rossi zum SRF. „Wenn man eine elektrostatische Schicht einbaut, die das Virus elektrostatisch einfangen kann, hat man einen zusätzlichen Schutz.“

    Laut Rossi hatte die Empa in den letzten Wochen viele Anfragen aus der Textilbranche erhalten. Im Moment seien die Masken in der Testphase. Es wird davon ausgegangen, dass solche „Volksmasken“ schon in den nächsten Wochen auf den Markt kommen werden.

    lm

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    Tags:
    Forschung, Schweiz, Coronavirus, Atemschutzmasken, Mundschutzmasken