23:11 12 August 2020
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    In der Nacht ist plötzlich Geballer ausgebrochen. Boris Schurenko springt aus dem Stabswagen und fragt, was los ist. „Wir haben gesiegt!“ schreit es um ihn herum „Wir haben gesiegt!“. Hinter dem Geschützoffizier liegt ein langer Kampf gegen die Panzer der Wehrmacht. Das Portal „Popular Mechanics“ (PM) hat seine Geschichte aufgeschrieben.

    Am 22. Juni 1941 sind Boris Schurenko und seine Leute guter Dinge. Gerade erst haben sie sowjetische Flugzeuge in westlicher Richtung fliegen sehen: „Auf nach Berlin“, ruft einer den Bombern hinterher. Die Artilleristen wollen den Feind so schnell wie möglich zerschlagen, aber es ist nur der erste Tag eines langen zermürbenden Krieges.

    „Wir fanden uns im Rücken deutscher Panzerarmeen wieder“, sagt der Geschützoffizier Schurenko laut dem Portal. „An der Düna hatten die Pioniere eine Pontonbrücke errichtet, die die Messerschmitts dauernd bombardierten. Was blieb zu tun? Wir zogen uns aus, die Schuhe, die Uniform, legten die Pistolen ab und schwammen los. Aber der Fluss war breit …“

    „Wir hatten Selbstfahrgeschütze: SU100. Eine 100-mm-Kanone – so mächtig, dass sie leicht einen 'Tiger' durchschlug, selbst mit einem Unterkalibergeschoss, selbst durch die Frontalpanzerung. Das waren über 120 Millimeter.“

    Mit einem Wuchtgeschoss schlug das Selbstfahrgeschütz SU100 jeden deutschen Panzer aus 1.000 Metern Entfernung – garantiert, schreibt das Portal. Das Geschütz war das letzte sowjetische Kampffahrzeug, das auf der Plattform des T-34-Panzers entstand. Bis zum Produktionsstopp 1948 wurden circa 5.000 Exemplare gebaut.

    Mit seinen Panzerjägern kämpfte Boris Schurenko auch bei der Gegenoffensive von Kursk mit. „Die Deutschen hatten zum Angriff angesetzt und hatten die absolute Lufthoheit. Alles war am Boden niedergedrückt. Zwei Tage lang hielten wir die Stellung. Verluste hatten wir nicht und konnten mehrere Panzeroffensiven erfolgreich zurückschlagen. Aber die Wehrmacht hatte sich zu einem großen Bogen auf der Rechten entschlossen und durchbrach die Verteidigung. Sie rückte in Richtung von Obojan vor, wo Marschall Konew eine Panzerarmee an der Reservefront hatte. Dort wurden die Deutschen aufgehalten. Fünf Tage dauerte der harte Kampf.“

    Die Abwehretappe am Kursker Bogen dauerte bis 12. Juli 1943 an. „Dann hat das Kommando offensichtlich den Moment erkannt, dass der Feind kurz davor war, schlappzumachen. Es kam Rokossowski mit einer Gruppe von Offizieren, und wenige Stunden später fuhr diese Armada – drei Panzerarmeen – in den Kampf. Die Schlacht war ein Graus, es brannte überall. Wo unsere Männer waren, wo die Deutschen, war nicht zu erkennen.“

    Am Ende verlässt die Wehrmacht fluchtartig das Schlachtfeld. „Als wir vorrückten, kam uns überhaupt kein Widerstand mehr entgegen“, erinnert sich der Offizier.

    Am Kursker Bogen wurde Boris Schurenko verwundet. Nach der Behandlung kehrte er zurück zu seiner Einheit. Die Gegenoffensive hielt an, es ging über die Ukraine nach Rumänien und weiter nach Ungarn. Schurenko erinnert sich, wie er damals einen „Tiger“ erledigte: „Es herrschte starker Nebel… Ich beobachtete, wie sich auf der Seite des Gegners ein Punkt ganz langsam fortbewegte. Ich setzte mich auf, schaute durch das Zielfernrohr, rief meine Leute zum Laden und gab den Feuerbefehl. Auf den Schuss folgte augenblicklich ein Feuer, das die ganze Gegend erleuchtete. Ich hatte den Treibstofftank des „Tigers“ getroffen. Vor diesem Feuer im Hintergrund sah ich noch mehr Panzer. Wieder gab ich den Feuerbefehl: acht Kampfpanzer wurden vernichtet.“

    Nach harten Kämpfen befreite die Rote Armee die ungarische Hauptstadt. Es folgte eine Gegenoffensive der Wehrmacht am Balaton – und danach war der Weg frei nach Wien. „Wir rückten in Richtung Österreich vor. Die Deutschen waren schon demoralisiert. Ihre Panzerverbände hatten es nicht geschafft, eine eingekesselte Gruppe freizukämpfen – sie waren zermürbt und zerschlagen. Unser Vormarsch verlief mehr oder weniger ruhig, erst 30 Kilometer vor Wien stießen wir auf kräftigen Widerstand. Aber der Kampf um die Hauptstadt war kurz: Nach fünf Tagen war Wien befreit.“ Es war Mitte April 1945. Bis zu den Siegesrufen in der Nacht blieben nur wenige Wochen.

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    Tags:
    Tiger II, Selbstfahrlafetten, Sowjetunion, Zweiter Weltkrieg