21:22 05 August 2020
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    Dem Pressedienst des ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenski zufolge haben die Waldbrände in der Tschernobyl-Sperrzone schon mehr als 11.000 Hektar Wald zerstört.

    „Wladimir Selenski ist im Hubschrauber über dem vom Brand betroffenen Gebiet geflogen und hat betont, dass das Feuer einen großen Teil des Waldes – mehr als 11.000 Hektar – zerstört hat“, hieß es auf der Webseite des ukrainischen Staatsoberhaupts.

    Laut dem Pressedienst des ukrainischen Präsidenten traf sich Selenski mit den Rettern und zeichnete einige von ihnen mit Staatspreisen aus.

    „Wir bedanken uns alle für Ihre großartige Arbeit. Jetzt haben wir von einem Hubschrauber aus das wahre Ergebnis Ihrer Arbeit gesehen. Sie sind Helden für uns. Nur dort, in der Höhe, versteht man, was für einen schwierigen Beruf Sie haben. Ich bin Ihnen im Namen des gesamten ukrainischen Volkes dankbar“, sagte Selenski.

    Waldbrände in Tschernobyl-Sperrzone

    Am 4. April war es in der ukrainischen Sperrzone um das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl zu einem Waldbrand auf etwa 20 Hektar gekommen.

    Am 14. April gab die ukrainische Katastrophenschutzbehörde bekannt, der Brand sei lokalisiert worden und solle im Laufe von nur wenigen Tagen gelöscht werden. Allerdings erschwerte starker Wind die Löscharbeiten und führte zu einer Ausweitung der Feuerfläche.

    Dank den Bemühungen der Feuerwehr erreichten die Flammen weder das Atomkraftwerk Tschernobyl noch Atommülllager. Der Gehalt radioaktiver Nuklide in der Luft über der Sperrzone sowie den anliegenden Gebieten lag innerhalb der maximal zulässigen Konzentration.

    Nach Angaben der Rettungskräfte und der Polizei sind die Brände auf den schneearmen Winter und die trockene Waldstreu zurückzuführen. Zudem wurden zwei Personen festgenommen, die verdächtigt werden, die Bränden in der Tschernobyl-Zone mit ausgelöst zu haben.

    Tschernobyl-Katastrophe 1986

    Am 26. April 1986 explodierte im Atomkraftwerk Tschernobyl in der damaligen Sowjetunion der Reaktor 4. Das Dach des Gebäudes wurde zerstört und Tonnen hochradioaktiver Trümmer kilometerweit nerausgeschleudert. Der unmittelbaren Explosion fielen 31 Menschen zum Opfer. Tausende Menschen kämpfen bis heute mit den Spätfolgen der Katastrophe – wie beispielsweise die so genannten Liquidatoren, die anfangs mit bloßen Händen radioaktive Trümmer wegräumten – und zum anderen Einwohner der früheren Stadt Prypjat, in der zum Zeitpunkt des Super-GAU mehr als 40.000 Menschen lebten, darunter fast ein Viertel Kinder. Sie mussten damals innerhalb weniger Stunden die Stadt verlassen.

    ac/mt/sna

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    Tags:
    Atomkraftwerk, Wladimir Selenski, Vernichtung, Wald, Waldbrände, Tschernobyl