04:30 25 November 2020
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    Die Beerdigung eines Mitglieds berüchtigten Berliner Remmo-Clans sorge am Montag für ein Großaufgebot der Hauptstadt-Polizei. Sorgen gab es seitens der Einsatzkräfte vor allem bei der Einhaltung der aktuell geltenden Corona-Abstandsregeln und des Versammlungsverbots. Zuletzt waren Treffen der arabischstämmigen Großfamilie immer wieder eskaliert.

    Am Montag wurde auf einem Friedhof in Berlin-Schöneberg die kürzlich verstorbene Mutter des Clan-Chefs Issa Remmo beigesetzt. Bei vergleichbaren Zusammenkünften der Großfamilie mit über 500 Angehörigen war es in der Vergangenheit immer wieder zu Massenaufläufen mit hunderten Teilnehmern gekommen. Doch die aktuellen Corona-Maßnahmen erlauben für Trauerfeierlichkeiten in der Hauptstadt derzeit maximal 20 Personen.

    250 Beamte im Einsatz

    Gegenüber Sputnik erklärte der Berliner Polizeisprecher Thilo Cablitz, zur Überprüfung der Corona-Regeln seien die Einsatzkräfte mit rund 250 Beamten im Einsatz gewesen. Es gab Absperrgitter und Fahrzeugkontrollen. Die Veranstaltung sei überwiegend ruhig verlaufen, auf das Friedhofsgelände in Berlin-Schöneberg hätten nacheinander mehrere Gruppen von maximal 20 Personen Zutritt erhalten. Die Polizei habe von der Familie im Vorfeld eine Liste mit zugelassenen Trauergästen bekommen.

    Vereinzelte Verhaftungen

    Zwei Zwischenfälle habe es dennoch gegeben: Zunächst hätten sich zwei Personen unerlaubt Zugang zu dem Gelände verschafft. Diese seien jedoch auch von der Trauergemeinde unerwünscht gewesen, Ordnungskräfte verwiesen beide des Platzes und nahmen die Personalien auf. Wenig später seien ein Journalist und eine Journalistin aus einer Gruppe von rund 20 Clan-Mitgliedern angespuckt und beschimpft worden. Die Täter seien laut Polizeisprecher umgehend in Gewahrsam genommen worden.

    Kritik am Einsatz

    Kritik an dem Großeinsatz gaben es wiederum von der Deutschen Polizeigewerkschaft. Deren Landesvorsitzender Bodo Landgraf schrieb auf Twitter, warum der Steuerzahler für die Kontrolle einer Beerdigung zahlen müsse. Der Remmo-Clan steht in Verdacht, mit diversen Gewalt- und Körperverletzungsdelikten, Schutzgelderpressung, Raub, Drogengeschäften, Hehlerei, Diebstahl, illegalen Waffenbesitzes und Mord in Verbindung zu stehen. Mitglieder des Clans wurden in den vergangenen Jahren wegen diverser Straftaten verurteilt, darunter dem spektakulären Goldmünzen-Diebstahl aus dem Berliner Bode-Museum.

    Deutlich weniger Teilnehmer

    Beerdigt wurde an diesem Montag die Mutter der Clan-Chefs. Nach dem Tod der Frau musste die Polizei bereits am vergangenen Donnerstag auf dem Grundstück seiner Villa in Berlin-Neukölln die Einhaltung der Corona-Regeln durchsetzen. Sie leitete gegen 47 Menschen Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen die Abstandsregeln ein. Verglichen mit vergangenen Trauerfeiern des Clans, wie der des in Berlin erschossenen Nidal R., waren am Montag jedoch deutlich weniger Gäste anwesend: Zur Beerdigung des Intensivtäters kamen im September 2018 fast 2000 Menschen aus der gesamten Bundesrepublik, nun nahmen rund 150 Personen teil.

    mjo

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