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    In der Stadt Tripolis im Nordlibanon ist es in der Nacht zum Dienstag zu Zusammenstößen zwischen der Armee und Demonstrierenden gekommen. Dies berichtet der libanesische Fernsehsender LBC. Die Unruhen sind eingetreten, nachdem das Militär mit dem Zerstreuen der Protestierenden und dem Aufräumen der Straßenbarrikaden begonnen hatte.

    Laut dem Armeekommando benutzte eine Gruppe von „Provokateuren“ Molotow-Cocktails und warf Handgranaten auf Armeefahrzeuge. Bei den Angriffen seien zwei Soldaten verletzt worden. Den libanesischen Medien zufolge waren Schüsse in verschiedenen Teilen der Stadt zu hören.

    ​​Nach Angaben des Militärkommandos griff die Armee ein, nachdem mehrere Protestierende begonnen hatten, privates und städtisches Eigentum zu zerstören und in Brand zu setzten. Mehrere Büros verschiedener Banken seien abgebrannt.

    ​Nach Informationen des libanesischen Roten Kreuzes waren sechs Ambulanzteams am Ort der Zusammenstöße in Tripolis im Einsatz.

    Am Montag hatte es massenhafte Protestaktionen in Beirut und Sidon sowie in einer Reihe von Städten in der Bekaa-Ebene gegeben. Die Protestierenden blockierten Straßen, zündeten Autoreifen an und versuchten, die Schaufenster einiger Bankfilialen zu zerschlagen.

    Neue Protestwelle im Libanon

    Nach einer starken Abwertung des libanesischen Pfunds gegenüber dem US-Dollar in der vergangenen Woche war im Libanon eine weitere Welle von landesweiten Massendemonstrationen ausgebrochen. Die Bevölkerung fordert die Regierung auf, die Wirtschaftskrise zu meistern, stabile Lebensbedingungen zu schaffen und das Problem der Aufwertung des US-Dollars zu lösen. Die Proteste verschärften wiederum die ohnehin schwierige wirtschaftliche Situation, die von der Corona-Krise zugespitzt worden war. Am 16. März hatten die libanesischen Behörden angesichts der Ausbreitung der Corona-Pandemie einen Notstand ausgerufen, der später bis zum 11. Mai verlängert wurde.

    Die Unruhen im Libanon dauern seit 17. Oktober 2019 an. Damals hatten landesweit Hunderttausende bei Antiregierungsdemonstrationen wirtschaftliche Reformen, Straffverfolgung korrumpierter Politiker und die Rückerstattung der vom Staatshaushalt entwendeten Gelder gefordert. Vor dem Hintergrund der Krawalle trat die Regierung Saad Hariri im November zurück. Im Januar 2020 bestätigte der libanesische Präsident Michel Aoun ein neues Kabinett mit dem Premier Hassan Diab an der Spitze.

    asch/ae/sna

     

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    Tags:
    Armee, Militär, Protestierende, Zusammenstöße, Proteste, Libanon