03:16 14 Juli 2020
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    Viele Kriegstaktiken der Gegenwart haben ihren Ursprung in den Kampfmethoden der Vergangenheit. Um in den Schlachten des Zweiten Weltkriegs bestehen zu können, mussten die Soldaten bestimmte Einsatzverfahren häufig erst entwickeln. Wie kämpften die Veteranen von heute auf den Schlachtfeldern von damals?

    Der Zweite Weltkrieg hat überdeutlich gemacht, wie wichtig die Luftunterstützung für die Bodentruppen ist. Sowjetische Jagdbomber wie die Il-2 gaben Deckung für die vorrückende Infanterie, griffen Ziele im nahen Hinterland der feindlichen Truppen an, zerschlugen die Schlüsselstellungen der gegnerischen Abwehr.

    Sturmkarussell

    Aber die Jagdbomber waren leicht verwundbar, weil gegenüber Jagdflugzeugen nicht wendig genug. Um ihre Verluste zu minimieren, haben sowjetische Kampfpiloten deshalb die Sturmkarussell genannte Taktik entwickelt: Ein Il-2-Verband formierte sich über dem Einsatzgebiet zu einem Kreis so, dass jeder Jagdbomber das Heck seines Vordermanns deckte. Die Kampfflugzeuge scherten eins nach dem anderen aus dem Einsatzkreis aus, stürzten sich auf das Ziel, schossen darauf und reihten sich dann wieder in das Karussell ein.

    Die Iljuschin Il-2 „Schturmovik“ auf der ILA 2018 (Archivbild)
    © Sputnik / Tilo Gräser
    Die Iljuschin Il-2 „Schturmovik“ auf der ILA 2018 (Archivbild)

    Auch heute wenden Kampfpiloten diese Taktik gut und gerne an. Bei den Mannschaften der russischen Kampfhubschrauber Mi-24, Mi-28 und Ka-52 ist das Karussell eine beliebte Einsatzformation.

    Gruppenjagd

    Die Straßen- und Hauskämpfe des Zweiten Weltkriegs hatten gezeigt, dass einzelne Präzisionsschüsse mitunter mehr erreichen können, als das Dauerfeuer eines Verbandes. Damals entstanden die Einsatztaktiken der Scharfschützen, wie man sie heute kennt. Von besonderer Bedeutung waren die Präzisionsschützen in der Schlacht von Stalingrad, wo die gegnerischen Truppen sich nur eine Straßenkreuzung weiter befinden konnten. Die Sniper jagten gegnerische Offiziere, schossen Wachen nieder, neutralisierten Heckenschützen.

    Der legendäre sowjetische Sniper Wassili Saizew (L) in Stalingrad, Dezember 1942
    © Sputnik / Georgij Selma
    Der legendäre sowjetische Sniper Wassili Saizew (L) in Stalingrad, Dezember 1942

    Mehr als 240 Hitler-Soldaten erledigte in Stalingrad allein der legendäre Sniper Wassili Saizew. Der vom Ural stammende Soldat hatte die Taktik der Gruppenjagd entwickelt und in die Truppe eingeführt: Drei Schützenpaare – Scharfschütze plus Spotter – nahmen ein und dasselbe Einsatzgebiet ins Visier. An einem Tag sei es seinem „Sechsertrupp“ gelungen, vier Dutzend Wehrmachtssoldaten und -offiziere „umzulegen“, erinnerte sich Saizew.

    Panzerfalle

    Der Zweite Weltkrieg war der erste Krieg in der Menschheitsgeschichte mit massivem und intensivem Einsatz von Panzern. Aus Truppenunterstützungsfahrzeugen wurde die Hauptschlagkraft der Infanterie.

    Sowjetische Panzer T-34 im Kampf (Archivbild)
    © Sputnik / Nikolaj Maximow
    Sowjetische Panzer T-34 im Kampf (Archivbild)

    Bei der Roten Armee war die Taktik der Panzerfallen weitverbreitet. In der Defensive war dieses Verfahren sehr effektiv. Die Kampfpanzer wurden an den Marschrouten des Gegners positioniert und bestmöglich getarnt: in Büschen, Heuhaufen und Scheunen, im Erdreich eingegraben oder einfach mit gutem Tarnnetz bedeckt. Aufgestellt wurden die Panzer so, dass sie die Ziele von mehreren Seiten gleichzeitig angreifen konnten, ohne sich gegenseitig zu behindern. Mit dem Erstschlag wurde das erste und letzte Fahrzeug der gegnerischen Kolonne beschossen. Das schränkte die Bewegungsmöglichkeiten der gesamten Kolonne stark ein.

    Dem russischen Panzerfahrer Dmitri Lawrinenko gelang es unter Einsatz dieser Taktik, 52 Kampfpanzer der Wehrmacht zu vernichten. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand die Panzerfalle als Einsatzverfahren weitere Verwendung in den zahlreichen Kriegen und Konflikten des Nahen Ostens.

    Bombenteppich

    Bei der ersten Angriffswelle fallen Sprengbomben, die die Mauern, die Dächer und die Tragkonstruktionen der Häuser zerstören. Darauf folgen Brandsätze, die einen Feuersturm mit Temperaturen von bis zu 1500 Grad entfachen. Bei der dritten Angriffswelle folgen wieder Sprengbomben, die die Arbeit der Feuerwehr unmöglich machen und die restlichen noch stehenden Gebäude vernichten.

    Dresden nach dem Alliierten-Luftangriff im Februar 1945
    © Sputnik / Georgy Homzor
    Dresden nach dem Alliierten-Luftangriff im Februar 1945

    Auf diese Weise haben die Luftstreitkräfte Englands und der USA deutsche Städte bombardiert: Dresden, Hamburg, München, Leipzig. Dieselbe Taktik setzte die US Air Force auch später ein, in Vietnam und Jugoslawien – mit dem immergleichen Ergebnis: Tausende tote Zivilisten.

    Wolfsrudel

    Kein britisches oder amerikanisches Schiff war in den Kriegsjahren vor der deutschen Kriegsmarine sicher. Zumindest zu Beginnen des Krieges hatten die Alliierten der deutschen U-Boot-Flotte nichts entgegenzusetzen.

    U-Boot-Bunker der Kriegsmarine am Atlantik, ca. 1942
    U-Boot-Bunker der Kriegsmarine am Atlantik, ca. 1942

    Die Schiffskonvois der Navy wurden von mehreren U-Booten gleichzeitig angegriffen. Nachdem eine der deutschen Submarinen ein gegnerisches Schiff aufgeklärt hatte, funkte sie die Zielkoordinaten an eine Führungszentrale. Während die eine Submarine das Ziel weiterverfolgte, führte der Leitstand andere U-Boote ins Zielgebiet.

    Bald war der Schiffskonvoi der Alliierten eingekesselt und wurde aus mehreren Torpedorohren beschossen – daher die Bezeichnung der Taktik: Wolfsrudel. Meistens agierte der deutsche U-Boot-Verband über Wasser und deshalb nachts. Vom Frühjahr 1944 an übernahm die US Navy diese Taktik im Krieg gegen die japanische Marine im Pazifik.

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    Tags:
    Scharfschütze, Il-2, Alliierte, Dresden, Kriegsmarine, Rote Armee, Panzer T-34, Panzer, U-Boot, Zweiter Weltkrieg