19:37 28 Oktober 2020
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    Modebewusst heißt in dieses Tagen auch virusbewusst. Ein Friseursalon in der kenianischen Hauptstadt Nairobi bietet seinen Kunden derzeit eine „Corona-Frisur an“. Bei den Einheimischen kommt das gut an und macht vor allem auf die Pandemie und die damit einhergehenden Probleme aufmerksam.

    „Ich habe mit der Frisur begonnen, als sich die Nachricht des Virus in Kenia verbreitet hat“, sagte Leunita Abwala, die Besitzerin des Salons in Kibera. Die 40-Jährige fügte stolz hinzu: „Inzwischen zeigt jeder – von kleinen Kindern bis zu Frauen – auf diesen Salon und nennt ihn den Corona-Stil-Salon.“

    Für die Frisur werden Haarsträhnen genommen und zu dünnen, abstehenden Zöpfen geknotet, die an die Oberflächenproteine des Coronavirus erinnern. Sie ist gerade bei jungen Mädchen wie Leticia Bosibori beliebt. „All meine Freundinnen mögen diese Frisur“, sagte die 12-Jährige. „Sie sieht gut aus und löst sich nicht schnell.“

    Dabei geht es aber nicht nur um schön frisierte Haare. „Die Frisur schafft Bewusstsein über das Coronavirus und gleichzeitig spiegelt sie das Leben in diesem Ort wieder“, sagte Abwala.

    Denn obwohl in Kenia bislang erst rund 580 Fälle von Covid-19 bestätigt wurden, leidet schon jetzt ein Großteil der Bevölkerung unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise, gerade in Slums wie Kibera. Viele Menschen arbeiten im informellen Sektor und haben ihre Jobs verloren oder haben derzeit kaum Kunden.

    Da sind Eltern dankbar, wenn die Haare der Kinder günstig und einfach frisiert werden können. Die Corona-Frisur benötigt laut Abwala keine Chemikalien und kostet etwa so viel wie ein warmes Essen. „Selbst der Zugang zu Wasser in dieser Gegend ist ein Problem, also können sich viele Menschen keine Frisur leisten, die oft gewaschen oder behandelt werden muss“, erklärte die Salon-Besitzerin.

    mka/gs/dpa

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    Tags:
    Frisur, Kenia