17:57 19 September 2020
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    Der Schweizer Bundesrat hat beschlossen, dass Gastronomie-Betriebe unter Einhaltung eines Schutzkonzepts wieder öffnen dürfen. Diese Vorstellung scheint aber viele Besucher abzuschrecken.

    Laut den sozialen Netzwerken sind sie gespalten: In einer Ansammlung von Beiträgen und Tweets steche eine große Unzufriedenheit hervor.

    Das Schutzkonzept

    Am Dienstagabend hat „Gastrosuisse“ – der größte gastgewerbliche Arbeitgeberverband der Schweiz – ein Schutzkonzept für die Wiedereröffnung gastronomischer Betriebe veröffentlicht. Dabei müssen strikte Hygienemaßnahmen eingehalten werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Dazu gehört neben Sicherheitsabstand auch die Aufnahme von Kontaktdaten der Gäste. Diese werden nach 14 Tagen vom Restaurant oder Café gelöscht.

    Zudem wird das Personal in einer dringenden Empfehlung aufgerufen, Mundschutzmasken zu tragen. Erlaubt seien laut dem Schutzkonzept nur vier Personen pro Tisch. Dabei dürften sich auch die Personengruppen von verschiedenen Tischen nicht vermischen. Auch die regelmäßige Reinigung von Tischgewürzen, Brotkörbchen oder ähnlichen Gegenständen wird vorgesehen. Am Freitag werde der Bundesrat in einer Sitzung über dieses Schutzkonzept tagen und es gegebenenfalls gutheißen.

    Datenschutztechnische Katastrophe?

    Dabei ist das Übergeben von persönlichen Daten ein heikler Punkt - das Netz reagierte empört auf eine solche Ankündigung. Nicht nur der Name und die Adresse sollen von jedem einzelnen Gast aufgenommen werden, sondern auch die Telefonnummern. Das Publikum des „Schweizer Radio und Fernsehen“ (SRF) hat auf dessen Homepage ebenfalls entsetzte Reaktionen hinterlassen. Ein Nutzer schreibt dazu: „Ein Grund weniger, ins Restaurant zu gehen, das Stasi-Getue verdirbt einem sprichwörtlich den Appetit!“

    Auch auf Twitter herrscht eine angespannte Stimmung. Der Vorsitzende des Schweizer Chaos Computer Club, Claudio Luck, bezeichnete dies gar eine „Datenschutzkatastrophe“:

    ​​Doch auch andere Stimmen sind zu hören. So kommt immer wieder das Gegenargument, dass das Registrieren von Daten durch gastronomische Betriebe nichts Neues sei. Beispielsweise würde man mit jedem Anruf zur Reservation den Namen und die Telefonnummer hinterlassen. So sieht es die Twitternutzerin „Claudine Van Den Bergh“:

    ​Schließlich lässt sich sagen, dass im Moment bezweifelt wird, dass die Schweizer Restaurants am Montag überfüllt sein werden. In einer Umfrage des SRF haben 51 Prozent der Befragten angegeben, dass sie lieber erst abwarten, bevor sie ein Restaurant aufsuchen. Nur 31 Prozent hätten bei ihrem nächsten Besuch in einem gastronomischen Betrieb keine Bedenken.

    lm

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