17:55 19 September 2020
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    Die Behörden der südchinesischen Stadt Guangzhou haben mit Ermittlungen zu einem Vorfall der 16 Kilometer langen Humen-Brücke, die vor zwei Tagen ins Schwanken gekommen war und Autofahrern einen Schreck eingejagt hatte, begonnen. Dies berichtet die Zeitung „Global Times“ am Donnerstag.

    Die Brücke schwankte offenbar bereits seit zwei Tagen. Die Videos, die von Augenzeigen aufgenommen worden waren, zeigten, wie die sechsspurige Autobahn, die über die Brücke verläuft, sich wellenartig auf und ab bewegt. Die Internetnutzer zeigten sich über die ungewöhnlichen Erschütterungen besorgt, und befürchteten, die erste große Hängebrücke in China könnte einstürzen.

    Experten versuchten diese Besorgnisse zu zerstreuen: Die Sicherheit und Haltbarkeit der Brücke sei nicht beeinträchtigt worden, hieß es.

    Ge Yaojun, Präsident des Internationalen Verbandes für Brücken- und Konstruktiven Ingenieurbau (International Association for Bridge and Structural Engineering), sagte am Mittwoch vor den Medien, dass die Erschütterungen wahrscheinlich auf Wirbelschwingungen zurückzuführen seien, die durch den Wind verursacht worden seien.

    ​Seiner Ansicht nach konnten die von den lokalen Behörden auf beiden Seiten der Brücke aufgestellten Schutzplanken die aerodynamische Struktur der Brücke verändern.

    Die Schutzplanken wurden bereits am Dienstag entfernt, die Brücke zeigte jedoch auch am Mittwoch weiterhin kleine Schwingungen. Ge sagte, dass die Schwingungen vom Mittwoch nicht unbedingt mit jenen vom Dienstag zusammenhängen würden. Eine gründliche Untersuchung sei im Gange, fügte er hinzu.

    Ein Ingenieur von dem Betreiber der Brücke sagte, die kleinen Schwingungen würden von der Trägheit verursacht und allmählich verschwinden, wenn der Wind schwächer werde.

    ​Ein in Peking ansässiger Brückenexperte, der anonym bleiben wollte, äußerte, durch den Wind verursachte Vibrationen würden auftreten, wenn eine Hängebrücke länger als einen Kilometer sei und aerodynamische Strukturveränderungen in einem bestimmten Bereich akzeptabel seien. Diese Faktoren würden die Sicherheit und Haltbarkeit der Brücke jedoch nicht beeinträchtigen, so der Experte.

    ​Die Behörden verhängten am Dienstag gegen 15.00 Uhr Verkehrskontrollen in der Nähe der Brücke.

    Die Brücke über dem sogenannten Perlfluss bei der Stadt Humen in Südchina verbindet die Industriemetropolen Guanzhou und Dongguang (Provinz Guangdong) und besteht aus zwei Hauptteilen, einer Hängebrückenkonstruktion und einem Abschnitt aus Betonsegmenten. Über die Brücke verläuft eine sechsspurige Autobahn, der Verkehr ist ziemlich rege.

    asch/ae

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