06:18 21 Oktober 2020
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    In der afghanischen Provinz Ghor hat die Polizei beim Auseinandertreiben gewalttätiger Demonstranten, die versprochene Hilfspakete der Regierung eingefordert haben, Scharfmunition eingesetzt. Dabei sollen nach Behördenangaben drei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden sein.

    Demnach ist ein afghanischer Journalist unter den Todesopfern.

    Freilassung inhaftierter Taliban  (Archivfoto)
    © REUTERS / NATIONAL SECURITY COUNCIL OF AFG

    Die Angaben zu der  Opferzahl gehen auseinander: Der Abgeordnete Gulzaman Nayeb, der die Provinz im Parlament vertritt, teilte der Nachrichtenagentur Reuters mit, die Anzahl der Todesopfer betrage sieben. 14 Menschen seien verletzt worden, sagte er.

    Laut dem Sprecher des Gouverneurs, Mohammad Arif Aber wurden lediglich zwei Menschen getötet, weitere fünf seien verletzt worden. Zudem gebe es Polizisten unter den Verletzten.

    Hunderte arme Menschen hätten vor dem Gouverneurssitz in Firuskoh demonstriert, sagte Provinzrat Abdul Basir Kaderi der Deutschen Presse-Agentur. Sie hätten Mehl und Reis verlangt, die ihnen die Regierung versprochen, aber nicht geliefert hatte.

    Wegen des Lockdowns in der Corona-Pandemie gibt es am Hindukusch Versorgungsmängel. Afghanistan hat offiziell etwa 4000 Covid-19-Fälle bei 15.000 getesteten Personen.

    Ein Sprecher des Gouverneurs sagte, einige Demonstranten hätten Waffen getragen. Kaderi erklärte, die Demonstranten hätten staatliche Einrichtungen beschädigt und die Polizei angegriffen. Nachdem der Einsatz von Wasserwerfern und Schüsse in die Luft nicht gewirkt hätten, habe die Polizei das Feuer eröffnet.

    „Jetzt herrscht in der Stadt eine militärische Lage“, sagte Kaderi. „Es sind Panzer auf den Straßen.“

    asch/ae/dpa/rtr

     

     

     

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    Tags:
    Journalist, Verletzte, Tote, Polizei, Polizei, Hilfsgüter, Hilfspaket, Coronavirus, Covid-19, Proteste, Demonstration, Afghanistan