00:22 28 Oktober 2020
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    Der Rohrleger „Akademik Cherskiy“ ist am Samstag nach Angaben des Seeverkehrüberwachungssysteme Vesselfinder in Deutschland eingetroffen.

    Am Donnerstag lief das dem Energiekonzern „Gazprom“ gehörende Rohrschiff aus dem Hafen von Kaliningrad (vormals Königsberg) aus und machte jetzt im Hafen Mukran auf Rügen fest.

    Mukran gilt als logistisches Terminal für den Bau der Ostseegaspipeline Nord Stream 2. Die unter russischer Flagge fahrende Rohrlegebarge „Fortuna“ des Pipelinebauers MRTS ist bereits in Mukran vor Ort. Auch dieses Schiff ist allen Anforderungen der dänischen Behörden an den Fertigbau der Ostseeleitung gerecht.

    Eventueller Retter von Nord Stream 2

    Russlands Energieminister Alexander Nowak zufolge ist der Gazprom-Rohrverleger „Akademik Cherskiy“ eine der Varianten für den Fertigbau von Nord Stream 2, allerdings werde eine gewisse Zeit für die zusätzliche Vorbereitung des Schiffs erforderlich sein.

    Lange Fahrt von Nachodka nach Kaliningrad

    Das Rohrlegeschiff war Anfang Februar aus dem russischen Pazifik-Hafen Nachodka ausgelaufen und hatte auf der Fahrt zur russischen West-Exklave den Weg nicht durch den Suezkanal, sondern um die Südspitze Afrikas genommen. Am 2. Mai ging das Schiff in der Danziger Bucht 30 Kilometer nordwestlich von Baltijsk, dem ehemaligen Pillau, vor Anker.

    Es soll die Ostseepipeline Nord Stream 2 zu Ende bauen, nachdem sich die europäischen Auftragnehmer aufgrund von US-Sanktionen vom Projekt zurückgezogen hatten. Wie Gazprom-Vizevorstandschefin Jelena Burmistrowa im Januar versicherte, wird Russland die inzwischen zu 94 Prozent fertige Pipeline aus eigener Kraft zu Ende bauen.

    In seinem kürzlich veröffentlichten IFRS-Bericht teilte der Konzern mit, dass „zurzeit an verschiedenen Varianten gearbeitet wird, den Bau der Gaspipeline abzuschließen und diese in Betrieb zu nehmen“.

    Nord Stream 2

    Die Pipeline Nord Stream 2 hat einen geschätzten Wert von umgerechnet etwa 9,5 Milliarden Euro. Erdgas aus Russland soll in die EU durch zwei parallel verlaufende Stränge von mehr als 2400 Kilometer Gesamtlänge fließen – bis zu 55 Milliarden Kubikmeter jährlich. Die Leitung verläuft durch das Territorialgewässer Russlands, Finnlands, Schwedens, Dänemarks und Deutschlands.

    sm/gs

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    Tags:
    Deutschland, Rohrleger "Akademik Cherskiy", Nord Stream 2