23:12 06 Juli 2020
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    Corona-Pandemie breitet sich weiter aus – alle Entwicklungen (527)
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    Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat ihre Empfehlungen für den begrenzten Einsatz des Wirkstoffes Remdesivir zur Behandlung schwerer Coronavirus-Infektionen ausgeweitet.

    Die Arznei könne nun zusätzlich bei bestimmten stationären Patienten angewandt werden, die nicht auf Beatmungsgeräte angewiesen seien, zitiert die Deutsche Presse-Agentur die EMA am Montag. Laut einer klinischen Studie aus den USA könnte die Verabreichung bei Covid-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung um mehrere Tage verkürzen. 

    Den ersten Ergebnissen zufolge führte das Medikament allerdings nur zu einer geringfügig niedrigeren Sterblichkeitsrate. Auch fehlen noch gesicherte Angaben zu Nebenwirkungen und dazu, welche Patienten am ehesten von einer Behandlung profitieren könnten.

    Eine Studie chinesischer Wissenschaftler vom April hat gezeigt, dass das Medikament GS-5734 oder Remdesivir, das 2015 zur Behandlung von Ebola entwickelt wurde, für das Fortpflanzungssystem äußerst gefährlich sein könnte. 
    Ein Experiment mit Mäusen ließe feststellen, dass das Medikament nach einer Woche Gebrauch die Anzahl der Keimzellen und ihre Mobilität negativ beeinflusst, und die Folgen waren umso schlimmer, je höher die tägliche Dosis war. 

    Die EMA werte vorliegende Daten derzeit im Rahmen der fortlaufenden Prüfung von Remedesivir aus, hieß es. Verwendet werden kann das Mittel nach der EMA-Empfehlung nun etwa auch bei nicht-invasiver Beatmung oder wenn der schwer erkrankte Patient mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt wird.

    Remdesivir ist bislang in keinem Land der Welt als Medikament zugelassen. Die USA erteilten Anfang Mai eine Ausnahmegenehmigung für den begrenzten Einsatz des Wirkstoffes in Krankenhäusern. Auch in Deutschland ist das Mittel innerhalb eines Arzneimittel-Härtefallprogrammes zugänglich und wird in klinischen Studien getestet.

    Gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es bislang keine vorbeugende Impfung, auch eine zuverlässig wirkende zugelassene medikamentöse Therapie für die vom Virus verursachte Krankheit Covid-19 gibt es bislang nicht.

    Corona-Pandemie

    Am 11. März hatte die Weltgesundheitsorganisation den Ausbruch einer neuen Coronavirus-Infektion Covid-19 als Pandemie eingestuft. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität beträgt die Zahl der Corona-Ansteckungsfälle weltweit über vier Millionen Menschen.

    om/sb/dpa

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    Heilung, Medikamente, Arznei, Coronavirus