19:28 28 Oktober 2020
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    Wären die Jungs von der Air Force doch zuhause geblieben und hätten am 8. Mai 1954 den Sieg über Hitler-Deutschland gefeiert. Aber die Piloten der drei Boeing B-47 flogen einen Einsatz bei Murmansk. Dann kamen sowjetische MiG-Jäger.

    Drei amerikanische Spionageflugzeuge heben am frühen Morgen des 8. Mai 1954 von der Fairford Air Force Station in England ab. Für den bevorstehenden Einsatz sind die drei Boeing RB-47E gut gerüstet: Eine Fotokamera ist im Bug eingebaut, drei weitere Aufnahmegeräte sind im Bombenschacht untergebracht – im Heck gibt es eine 20-mm-Schnellkanone für den Selbstschutz.

    Die Aufklärer nehmen Kurs auf die Sowjetunion, fliegen auf Murmansk zu. Doch 160 Kilometer vor der russischen Hafenstadt drehen zwei dieser Maschinen ab und ziehen entlang der Grenze zum sowjetischen Luftraum. Ein Ablenkungsmanöver. Die Flugabwehr der Sowjetarmee soll die andere, dritte B-47 nicht bemerken. Die setzt ihren Flug unbeirrt fort und fliegt bald im Luftraum der UdSSR.

    Bald darauf sind MiG-17-Jäger im Einsatz. Die Kampfjets schießen nicht gleich auf den US-Aufklärer, sondern feuern zunächst wenige Schüsse ins Freie ab, vor den Bug der amerikanischen Maschine: Eine Aufforderung zum Landen. „Das ist ein Horror, wenn du die Munitionsspuren siehst, die die Luft vor deinem Flugzeug durchbohren“, erinnert sich Colonel Harold Austin, der Pilot.

    Aber die RB-47E ändert den Kurs nicht. Als die beiden MiG-17 zur zweiten Angriffsrunde ansetzen, schießt Austins Kollege, Captain Carl Holt, aus der Heckkanone zurück. Die MiGs trifft er nicht, stattdessen streift eine Salve den linken Flügel des Aufklärers. Die Maschine bleibt flugfähig und flieht zunächst in den finnischen, dann in den schwedischen Luftraum. Da die sowjetischen Kampfpiloten sie im fremden Gebiet nicht verfolgen dürfen, schaffen es die Amerikaner nach Fairford zurück. Später werden sie sogar mit Ehrenmedaillen ausgezeichnet.

    Für die Sowjetpiloten ist das eine bittere Lektion: Bei Eindringlingen kein Pardon! Nur wenige Jahre später endet ein Flug einer RB-47E im sowjetischen Luftraum böse: Hauptmann Wassili Poljakow schießt mit seiner MiG-19 den amerikanischen Aufklärer ab. Die Crew überlebt, muss aber sieben Monate in einem Untersuchungsgefängnis des KGB verbringen. Erst nach Amtseinführung John F. Kennedys 1961 werden die US-Piloten freigelassen – als Zeichen des guten Willens der Sowjetführung.

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    Tags:
    Luftaufklärung, Aufklärung, Murmansk, USA, Sowjetunion, B-47