19:53 03 Juli 2020
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    Nach den Gräueltaten im Osten hätten sich die drei Einheiten der Waffen-SS lieber den Amerikanern ergeben als den Russen, nur wollten die US-Truppen mit den Mördern nicht verhandeln. Die letzte Schlacht von Generalleutnant Pückler-Burghauss und seinen Männern war noch nicht geschlagen.

    Hastig verließen die Überbleibsel der SS-Panzerdivisionen „Wiking“, „Wallenstein“ und „Das Reich“ die tschechische Hauptstadt in Richtung Westen. Der Plan war, sich den Amerikanern zu ergeben, um den Russen nicht in die Hände zu fallen. Die Waffen-SS fürchtete Rache. Am 8. Mai erreichten die Männer von Generalleutnant Carl Friedrich Graf von Pückler-Burghauss das Städtchen Pilsen, wo die Panzerarmee von General Patton sich inzwischen in Stellung gebracht hatte. Auf ein Verhandlungsangebot der Deutschen ließ sich der Amerikaner nicht ein.

    Die SS-Verbände verschanzten sich auf einer Anhöhe nahe der Ortschaft Sliwitz: Ein System von Schützengräben und MG-Nestern wurde angelegt, übriggebliebene Panzer und Geschütze wurden ins Erdreich eingegraben. Die Rote Armee rückte unaufhaltsam vor.

    Ein Spähtrupp von Hauptmann Jewgeni Olessinski entdeckte die SS-Stellungen. Einheimische Partisanen hatten sich den sowjetischen Soldaten angeschlossen – gemeinsam griffen sie die deutschen Truppen überraschend an, wurden aber zurückgeworfen.

    Bald darauf rückte Verstärkung an, darunter eine Panzerbrigade. Die Russen und die Tschechen griffen erneut an, doch diesmal begann die Offensive mit heftigem Artilleriebeschuss der deutschen Befestigungen.

    Um die eigenen Truppen nicht sinnlos zu verheizen, ließ die sowjetische Militärführung auch mit Raketenwerfern auf die SS einwirken. Eine Panzerdivision der 3. US-Armee flankierte den Angriff. Ein Luftangriff des 112. Garde-Jagdgeschwaders zwang die SS-Verbände schließlich zum Aufgeben.

    Generalleutnant der Waffen-SS Carl Friedrich Graf von Pückler-Burghauss
    Generalleutnant der Waffen-SS Carl Friedrich Graf von Pückler-Burghauss

    Am frühen Morgen des 12. Mai unterschrieb Pückler-Burghauss in einer Mühle die Kapitulation. Auf der Gegenseite unterzeichneten ein sowjetischer und ein amerikanischer Divisionskommandeur das Dokument. Generalleutnant Carl Friedrich Graf von Pückler-Burghauss kehrte in sein Hauptquartier zurück und schoss sich eine Kugel in den Kopf. Seine rund 6.000 Männer ergaben sich.

    In der Schlacht von Sliwitz fielen 56 Soldaten und Offiziere der Roten Armee gemeinsam mit 46 Kämpfern der tschechischen Partisanentruppe. Seit 1970 erinnert ein Denkmal am Ort des Geschehens an eine der allerletzten großen Schlachten des Zweiten Weltkrieges in Europa.

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    Tags:
    Tschechoslowakei, Zweiter Weltkrieg, Waffen-SS