09:11 03 Dezember 2020
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    Durch einen Sieg in einer TV-Show hat das Moderatoren-Duo „Joko und Klaas“ 15 Minuten in der Prime-Time bei „ProSieben“ senden dürfen. Mittwochabend lief also ihr Programm, welches schockieren, aber auch Aufmerksamkeit auf ein Problem lenken sollte: Die Zuschauer sahen eine Live-Ausstellung, die von sexueller Belästigung gegenüber Frauen handelt.

    In der Show „Joko und Klaas gegen ProSieben“ haben die beiden Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf am Dienstag gegen ihren Arbeitgeber gewonnen. Als Preis durften sie zur Prime-Time am Mittwochabend das Programm bestimmen. Anders als letzte Woche, wo sie eine Sondersendung von „RTL Aktuell“ humorvoll kommentierten, entschieden sie sich diesmal für ein ernsteres Thema. In einer speziellen Live-Kunstaustellung „Männerwelten“ zeigten prominente, deutsche Frauen die dunklen Seiten von sexueller Belästigung und Übergriffigkeit gegenüber Frauen.

    Gruselig – aber nötig

    „Vielleicht ist es die gruseligste, aber auch nötigste Ausstellung der Welt“, begrüßt die Autorin und Kolumnistin Sophia Passmann zu Beginn des Programms. Passmann führt den Zuschauer durch virtuelle Ausstellungsräume, die alle auf verschiedenste Weise auf das Thema sexuelle Belästigung aufmerksam machen. Dabei sind auch viele prominente Schauspielerinnen, Models, Moderatorinnen und weitere öffentliche Persönlichkeiten dabei, die von ihren Erfahrungen berichten.

    So stellte Palina Rojinski ihre „Kollektion“ von ungewollt zugeschickten Penisbildern vor. Moderatorin Jeanine Michaelsen, Journalistin Visa Vie und das Modell Stephanie Giesinger lasen sexistische Kommentare unter ihren Beiträgen vor. Collien Ulmen-Fernandez, deutsche Schuapielerin und Moderatorin, „inszeniert“ mit Katrin Bauerfeind, ebenfalls Moderatorin und Journalistin, verschiedene virtuelle und sexistische Chatverläufe. Zuletzt sprachen sich verschiedenste Frauen über ihre Erfahrungen mit sexueller Gewalt aus.

    Echo auf Twitter

    Die sozialen Medien regierten dabei zumeist sehr positiv auf die Darstellung und Umsetzung dieser fiktiven Ausstellung. Politiker wie beispielsweise Heiko Maas lobten die Moderatoren für ihr Engagement.

    Auch viele Frauen teilten das Video mit großem Dank für die Offenheit aller Frauen, die mutig genug waren, sich auszusprechen.

    ​Trotz der überaus positiven Reaktion auf diese Aktion, gab es auch Kritik zu hören. So sei die Zusammenarbeit mit der Organisation „Terre des Femmes“ verurteilt worden. Grund dafür sei die problematische Haltung der Organisation gegenüber Sexarbeit. In einer Stellungnahme vom Juli 2018 habe die Organisation geschrieben:

    „Prostitution ist frauenverachtend, Prostitution ist „kein Beruf“ wie jeder andere, Prostitution ist ein System der Ausbeutung von Mädchen und Frauen.“

    ​Auch gab es Kritik zu hören, weil sich die Perspektive von sexueller Belästigung einzig seitens von „weißen“ Frauen erfolgte:

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    Tags:
    Feminismus, sexuelle Belästigung, Sexuelle Gewalt, Klaas Heufer-Umlauf, Joko und Klaas