15:39 07 Juli 2020
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    Montenegros Ex-Innenminister Goran Danilovic ist der Ansicht, dass die Landesbehörden die orthodoxe Mehrheit der Bürger terrorisieren. Dabei tarnten sie sich mit der Notwendigkeit, die Covid-19-Pandemie zu bekämpfen, erklärte Danilovic, Chef der konservativen Partei Geeintes Montenegro, am Donnerstag.

    Am Vortag kam es in einigen Städten der Republik zu spontanen Protesten, nachdem der serbisch-orthodoxe Bischof Joanikije von Budimlja und Niksic, der mehrere Geistliche bei einem Fest versammelt hatte, für 72 Stunden festgenommen worden war.

    Tränengas und Blendgranaten gegen Protestierende

    Am heftigsten waren die Proteste in Niksic und Plav, wo die Polizei unter anderem Tränengas und Blendgranaten einsetzte. Einige Bürger, darunter Minderjährige, erlitten Verletzungen. Verletzt wurden auch 26 Polizisten, einer musste sogar in ein Krankenhaus gebracht werden. Es gab Dutzende Festnahmen.

    „Ich bin entsetzt über die Methoden, mit denen das montenegrinische Regime auf Demonstrationen der Bürger während der fortdauernden Pandemie reagiert. Die Menschen sind unzufrieden, meines Erachtens ganz zu Recht“, sagte der Ex-Minister.

    Die Behörden missbrauchten gegen das Coronavirus bestimmte medizinische Methoden, nur um die orthodoxe Mehrheit, alle gläubigen Menschen und alle anderen unter Druck zu setzen, die zwischen Freiheit und Tyrannei unterscheiden könnten.

    "Internationale Gemeinschaft muss reagieren"

    „Infolge derart harter Handlungen der Behörden könnte in Montenegro eine gefährliche Periode hoher Risiken mit schweren und unberechenbaren Folgen eintreten… Die internationale Gemeinschaft muss reagieren. Natürlich wird der Erhaltung der Gesundheit die allererste Priorität eingeräumt. Aber zugleich ist die Achtung von Persönlichkeit, Freiheit, Recht, Verfassung und Gesetz erforderlich.“

    Danilovic äußerte sich darüber besorgt, dass die Behörden die Landesbürger als Verbrecher betrachten würden. Das könnte die europäische Zukunft Montenegros, dessen ökonomischen Wiederaufbau und innerpolitische Stabilität gefährden, betonte der Ex-Minister.

    am/gs/ta

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    Tags:
    Kritik, Einstellung, Ex-Minister, Geistliche, Proteste, Polizei, Montenegro