08:11 09 Juli 2020
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    EU hisst Regenbogenfahne in Bagdad - Regierung empört; Rechtsextreme sollen dem Verfassungsschutz zufolge die Krise als Chance für Revolution sehen; Zahl der Toten wegen gepanschtem Schnaps in Mexiko auf 137 gestiegen; AfD-Landtagsfraktion will Kalbitz als Chef möglichst halten; Museums-Einbrecher macht Selfies mit Dinosaurier-Schädel.

    Sputnik präsentiert Ihnen in Kürze, was in der Nacht zum Donnerstag geschehen ist.

    EU hisst Regenbogenfahne in Bagdad - Regierung empört

    Die irakische Regierung empört sich darüber, dass die EU-Vertretung in Bagdad am Sonntag demonstrativ eine Regenbogenfahne gehisst hat. Dies verletze die religiösen Gefühle vieler Bürger und widerspreche den Werten und sozialen Normen des weit überwiegend von Muslimen bewohnten Landes, erklärte das Außenministerium nach einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur INA.

    Die Fahne ist ein schwul-lesbisches Symbol. Die EU-Vertretung hatte sie nach Medienberichten anlässlich des internationalen Tags gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit an diesem Sonntag gehisst. Die Botschaften Kanadas und Großbritanniens schlossen sich an.

    Auch der einflussreiche schiitische Geistliche Muktada al-Sadr empörte sich über die Aktion und sprach von einer „Aggression gegen das Recht und die Religion des Irak“. Erst vor wenigen Wochen hatte er gleichgeschlechtliche Ehen als einen der Gründe für die Ausbreitung des Coronavirus bezeichnet. Homosexualität ist nach islamischem Glauben streng verboten.

    Rechtsextreme sehen Krise als Chance für Revolution

    Die rechtsextremistische Szene wittert in der Corona-Krise nach Einschätzung von Verfassungsschützern Möglichkeiten für einen Umsturz. Aktivisten sähen die außergewöhnliche Lage als „Chance für den Zusammenbruch des globalisierten Liberalismus und der Demokratie“, sagte der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, dem „Handelsblatt“ am Montag.

    Insgesamt werde die Szene in Bezug auf das Thema Coronavirus derzeit deutlich aktiver, berichtete er. „Beschränkten sich die Aktivitäten bislang überwiegend in sozialen Netzwerken auf Kritik an der Bundesregierung oder staatlichen Institutionen, Schuldzuweisungen für die Corona-Pandemie an Ausländer, vorwiegend Asiaten, sowie die Abschaffung der freiheitlichen demokratischen Werte in unserem Staat, sind nunmehr deutlich konkretere Ansätze für eine völkisch-nationale Revolution erkennbar.“

    Dies bedeute, dass insbesondere rechtsextremistische Parteien wie die NPD, Die Rechte und Der dritte Weg versuchten, sich unter dem Vorwand der Proteste gegen die Corona-Beschränkungen einen breiteren Anschluss an die Gesellschaft zu verschaffen.

    Gepanschter Schnaps: Zahl der Toten in Mexiko auf 137 gestiegen

    Mindestens 32 weitere Menschen sind seit vergangenem Donnerstag nach dem Konsum vermutlich verunreinigten Schnapses in Mexiko gestorben. Damit stieg die Zahl der Todesopfer in vier Bundesstaaten seit Ende April auf insgesamt mindestens 137. Außerdem verzeichnete die Dominikanische Republik seit dem 7. April nach Regierungsangaben von vergangener Woche 177 Todesfälle, die auf das Trinken von gepanschtem Schnaps zurückgeführt werden.

    Im zentralmexikanischen Bundesstaat Puebla starben inzwischen 70 Menschen, wie die Regionalregierung am Sonntag mitteilte. Weitere 15 Vergiftete würden noch in Krankenhäusern behandelt. Die Regierung des westlichen Bundesstaates Jalisco meldete, dass die Zahl der Toten seit dem 26. April dort von zuletzt 38 auf 42 gestiegen sei und sechs Menschen noch im Krankenhaus lägen. In den Bundesstaaten Morelos (18 Tote) und Yucatán (sieben) gab es keine Berichte über neue Todesfälle.

    In einigen der betroffenen Gegenden ist der Verkauf von Alkohol wegen der Corona-Krise derzeit verboten.

    AfD-Landtagsfraktion will Kalbitz als Chef möglichst halten

    Im AfD-internen Richtungsstreit nach Aufhebung der Mitgliedschaft des bisherigen Brandenburger Landeschefs Andreas Kalbitz stellt sich die dortige Landtagsfraktion hinter ihn - und damit gegen den Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen. In einer Sondersitzung will sie am Montag in Potsdam nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (DPA) prüfen, ob ihre Geschäftsordnung so geändert werden kann, dass Kalbitz auch ohne Mitgliedschaft ihr Vorsitzender bleiben kann.

    Wenn jemand nicht mehr Mitglied der AfD ist, endet nach der aktuellen Geschäftsordnung auch die Zugehörigkeit zur Fraktion. Für eine Änderung ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit der anwesenden Mitglieder notwendig. Danach müsste Kalbitz noch als Vorsitzender bestätigt werden. Dabei wird eine Mehrheit erwartet.

    Der AfD-Bundesvorstand hatte Kalbitz' Mitgliedschaft am Freitag per Mehrheitsbeschluss wegen Kontakten ins rechtsextreme Milieu für nichtig erklärt. In dem Beschluss hieß es, die Mitgliedschaft sei mit sofortiger Wirkung aufgehoben, „wegen des Verschweigens der Mitgliedschaft in der ‚Heimattreuen Deutschen Jugend‘“ (HDJ) und „wegen der Nichtangabe seiner Mitgliedschaft“ bei den Republikanern zwischen Ende 1993 und Anfang 1994. Kalbitz hat dagegen rechtliche Schritte angekündigt.

    Eine Minderheit im Bundesvorstand um den Co-Vorsitzenden Tino Chrupalla und die Bundestagsfraktionschefs Alexander Gauland und Alice Weidel hält die Mehrheitsentscheidung für falsch. Sie machen dafür juristische Gründe geltend: sie sei anfechtbar.

    Museums-Einbrecher macht Selfies mit Dinosaurier-Schädel

    Ein junger Mann ist am Wochenende in Sydney in das Australische Museum eingebrochen und hat bei seinem Rundgang Selfies mit einem Dinosaurier-Schädel gemacht. Dabei legte der 25-Jährige seinen Kopf in das weit geöffnete Maul des Schädels, wie Aufnahmen der Überwachungskameras belegen. Später setzte er sich einen Cowboy- Hut auf, den er in einer Garderobe fand, ehe er seine Wanderung durch die Räume des Museums fortsetzte. Dabei posierte er nach Polizeiangaben von Montag für weitere Selfies mit diversen Exponaten. Am Ende seiner Besichtigungstour stahl er einen nicht näher genannten Kunstgegenstand.

    Die Polizei nahm den Mann am Sonntagabend fest. Er muss am Montag vor dem Untersuchungsrichter erscheinen.

    pal/dpa

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    Australien, Museum, Mexiko, Andreas Kalbitz, AfD, rechtsextreme Partei „III. Weg, Rechtsextremisten, Rechtsextremismus, Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), Verfassungsschutzpräsident, Verfassungsschutz