11:32 06 Juli 2020
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    Nach einer Serie von massiven Anschlägen in Afghanistan hat die UN-Mission im Land (Unama) erneut zu einer Waffenruhe aufgerufen. Das geht aus einer entsprechenden, am Dienstag publik gemachten Mitteilung hervor.

    Unama-Chefin Deborah Lyons sagte:

    „Ich fordere die Einstellung der Kämpfe und die Achtung des humanitären Rechts, das dem Schutz der Zivilbevölkerung dient.“

    Zahl getöteter Zivilisten gestiegen

    Die UN-Mission beklagte eine zunehmende Gewalt und einen Anstieg der Anzahl getöteter Zivilisten im April. Laut der Mitteilung ist die radikale Taliban-Bewegung im vergangenen Monat für 208 tote Zivilisten verantwortlich, afghanische Sicherheitskräfte für 172. Die Opferzahlen stellen laut UN einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum, aber auch im Vergleich zum März dar. Die UN-Mission zeigte sich auch besorgt über Anschläge der Terrormiliz Islamischer Staat* (IS, auch Daesh).

    Jüngste Attacken

    In der vergangenen Woche war es in Afghanistan zu zwei Anschlägen gekommen, bei denen Dutzende Menschen getötet wurden. Die Angriffe galten der Entbindungsstation eines Krankenhauses in der Hauptstadt Kabul sowie einer Trauerfeier in der östlichen Provinz Nangarhar.

    Kurz danach hatte der afghanische Präsident Ashraf Ghani allen Sicherheitskräften des Landes befohlen, zu einer „offensiven“ Form des Kampfes gegen die radikale Taliban-Bewegung überzugehen.

    Der IS übernahm die Verantwortung für den Anschlag auf die Trauerfeier und wurde von den USA auch des Anschlags auf die Gebärklinik beschuldigt. Die Taliban interpretierten Ghanis Ankündigung als Kriegserklärung und intensivierten seitdem ihre Angriffe.

    Unterdessen reiste der US-Sondergesandte Zalmay Khalilzad (auch Salmai Khalilsad) erneut in die Region, um für einen schnellen Beginn geplanter Friedensgespräche und eine Reduzierung der Gewalt zu vermitteln. Dafür will er im Golfemirat Katar in Doha erneut Vertreter der Taliban sowie in Kabul Regierungsvertreter treffen.

    *Terrororganisation, in Russland und Deutschland verboten

    ak/sb/dpa

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    Tags:
    Taliban, Terrormiliz Daesh, Zivilisten, Todesopfer, UN, Afghanistan