23:40 06 Juli 2020
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    Nachrichtenüberblick: Trump: Hohe Corona-Fallzahl ist Auszeichnung für gute Tests, Palästinenserpräsident: „Wir kündigen Abkommen mit Israel und USA auf“, Verfahren gegen VW-Spitze wird eingestellt, Wall Street schwach – Skepsis über Impfstoffkandidaten, Umfrage: Mehrheit rechnet wegen Corona-Krise mit Steuererhöhungen

    Sputnik präsentiert Ihnen in Kürze, was in der Nacht zum Mittwoch geschehen ist.

    Trump: Hohe Corona-Fallzahl ist Auszeichnung für gute Tests

    US-Präsident Donald Trump kann der Vielzahl an nachgewiesenen Corona-Infektionen in den USA – mehr als 1,5 Millionen – etwas Positives abgewinnen. Er sehe es nicht als „schlechte Sache“, dass es so viele nachgewiesene Infektionen im Land gibt. „Ich betrachte es in gewisser Hinsicht als gute Sache, weil es bedeutet, dass unsere Tests viel besser sind“, sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) im Weißen Haus. „Ich betrachte es als Auszeichnung, wirklich, es ist eine Auszeichnung.“ Wenn man wie in den USA fast 14 Millionen Menschen teste, finde man auch mehr Fälle, erklärte er.

    Trump betont immer wieder, dass in den USA viel mehr getestet werde als in anderen Ländern.

    Fast jede dritte der fast 4,9 Millionen bestätigten Infektion weltweit entfällt auf die USA, wo rund 330 Millionen Menschen leben. In keinem anderen Land gibt es mehr nachgewiesene Infektionen. Die Fallzahlen der einzelnen Länder lassen sich wegen der unterschiedlichen Testquote und der erwarteten hohen Dunkelziffer jedoch nur begrenzt vergleichen.

    Palästinenserpräsident: „Wir kündigen Abkommen mit Israel und USA auf“

    Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat am Dienstag das Ende aller Vereinbarungen mit Israel und den USA erklärt. Bei einem Treffen der Palästinenserführung in Ramallah sagte Abbas nach Angaben der Nachrichtenagentur Wafa, dies schließe auch Sicherheitsvereinbarungen ein. Abbas reagierte damit auf Annexionspläne Israels im besetzten Westjordanland. Abbas hatte in der Vergangenheit ähnliche Drohungen geäußert, diese aber bisher nicht umgesetzt.

    Israel müsse nun die Verantwortung für die besetzten Gebiete übernehmen, sagte der Palästinenserpräsident den Angaben zufolge. Man mache dabei die USA als Partner einer Besatzungsmacht „voll verantwortlich für die Unterdrückung des palästinensischen Volkes“.

    Israels neue Regierung will in Übereinstimmung mit dem Nahost-Plan von US-Präsident Donald Trump die Siedlungen und das Jordantal im Westjordanland annektieren. Die Pläne sind international höchst umstritten.

    Verfahren gegen VW-Spitze wird eingestellt

    Das Strafverfahren wegen möglicher Marktmanipulation gegen VW-Konzernchef Herbert Diess und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch im Dieselskandal soll gegen eine Zahlung von neun Millionen Euro eingestellt werden. Ein Sprecher des Kontrollgremiums von Volkswagen bestätigte eine entsprechende Einigung zwischen den beiden Angeklagten und dem Landgericht Braunschweig. Das „Manager-Magazin“ hatte zuerst darüber berichtet.

    Wall Street schwach – Skepsis über Impfstoffkandidaten

    Nach kräftigen Gewinnen zum Wochenstart sind die Anleger an den US-Börsen am Dienstag wieder verschreckt worden. Druck kam in der letzten Handelsstunde in den Markt, nachdem die US-Nachrichten-Webseite Stat kritisch über den Impfstoffkandidaten des Biotech-Konzerns Moderna gegen die Lungenkrankheit Covid-19 berichtet hatte. Nachrichten über positive Zwischenergebnisse in einer frühen Erprobungsstudie hatten zu Wochenbeginn für Euphorie gesorgt und eine Börsenrally ausgelöst.

    Nun schloss der Dow Jones Industrial mit minus 1,59 Prozent bei 24.206,86 Punkten knapp über Tagestief und gab damit einen Teil seines knapp vierprozentigen Gewinns vom Vortag wieder ab. Der marktbreite S&P 500 schloss 1,05 Prozent tiefer bei 2922,94 Zählern. Der technologielastige Nasdaq 100, der im Tagesverlauf zugelegt hatte, drehte in den letzten Handelsminuten in die Verlustzone und gab letztlich um 0,36 Prozent auf 9298,55 Punkte nach.

    Umfrage: Mehrheit rechnet wegen Corona-Krise mit Steuererhöhungen

    Eine klare Mehrheit der Deutschen geht einer Umfrage zufolge davon aus, dass es wegen der Corona-Krise Steuererhöhungen geben wird. 62 Prozent glauben laut dem „Insa-Meinungstrend“ für die „Bild“-Zeitung (Mittwoch) wegen der wirtschaftlichen Folgen der Krise daran. 18 Prozent rechnen demnach dagegen nicht mit höheren Steuern.

    Steuerschätzer gehen davon aus, dass in diesem Jahr 81,5 Milliarden Euro weniger Steuern eingenommen werden als im vergangenen Jahr – ein Minus von mehr als zehn Prozent. Aus Sicht der SPD-Spitze lässt sich die Corona-Krise nur mit höheren Steuern und Abgaben bewältigen. SPD-Chefin Saskia Esken dringt deshalb auf eine stärkere Belastung hoher Einkommen, damit der Staat in der Corona-Krise aufgenommene Schulden zurückzahlen kann. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt Steuererhöhungen dagegen ab – auch für Vermögende.

    Experten gehen davon aus, dass sich die Staatsfinanzen schnell wieder erholen. Schon 2021 könnten die Steuereinnahmen mit 792,5 Milliarden Euro laut Prognose fast wieder auf Vorkrisenniveau sein.

    bs/sb/dpa

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