07:52 02 Dezember 2020
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    Eine Datenanalyse des „Spiegel“ zeigt, welche Corona-Experten am gefragtesten sind in den Medien. Mit Abstand am meisten zitiert, gezeigt und besprochen wird Christian Drosten von der Charité Berlin. Auf Youtube macht ihm jedoch ein Mediziner Konkurrenz, der nicht einmal Virologe ist. Und in den Talkshows führt eine Frau.

    Eine Datenanalyse des „Spiegel“ zeigt, dass sowohl in Online- als auch in Zeitungsartikeln Christian Drosten von der Charité Berlin mit Abstand am häufigsten erwähnt wird. Der ausgewiesene Experte für Coronaviren führt das Ranking mit großem Vorsprung vor anderen Virologen, Epidemiologen und Spezialisten für Infektionskrankheiten an.

    ​Laut der Daten aus der Pressedatenbank Digas kommt Drosten seit Januar 2020 auf mehr als 1700 Treffer in deutschen Medien. Diese umfassen alle überregionalen Tages- und Wochenzeitungen, viele Regionalzeitungen sowie die Webseiten Sueddeutsche.de, Welt.de und Spiegel.de.

    Besonders häufig wird Drosten aus seinem NDR-Podcast zitiert. In bisher 41 Folgen seit Ende Februar hat Drosten sich ausführlich zu medizinischen Aspekten des Virus geäußert.

    Zu Beginn der Pandemie war neben Drosten vor allem Alexander Kekulé, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle, in den Medien präsent. Wenig später wurde Kekulé in der Medienpräsenz allerdings von Hendrik Streeck überholt. Der Direktor des Instituts für Virologie und HIV-Forschung der Universität Bonn wird vor allem im Zusammenhang mit der von ihm geleiteten Heinsberg-Studie zitiert.

    Bei Youtube herrschen andere Gesetze

    Christian Drosten ist laut der Datenanalyse des „Spiegel“ nicht nur in Presseartikeln, sondern auch auf YouTube die Nummer Eins. Allerdings wird er hier dicht gefolgt von einem Mediziner, dessen Ansichten in den Mainstream-Medien eher verpönt sind. Während Drosten seit Januar auf mehr als 18 Millionen Views bei Youtube kommt, folgt mit immerhin gut 15 Millionen Views dahinter Wolfgang Wodarg.

    Wolfgang Wodarg ist Experte für Infektionskrankheiten und hat dazu jahrzehntelang am Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenforschung gearbeitet und geforscht. Der Mediziner ist wegen seiner Äußerungen zu Covid-19 in den Medien und zum Teil auch unter Wissenschaftlern umstritten. In den sozialen Medien und insbesondere auf Youtube ist der Experte anscheinend umso beliebter. Wodarg hält die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus für übertrieben. Er begründet dies damit, dass es „keine validen Daten und keine Evidenz für eine außergewöhnliche gesundheitliche Bedrohung" durch das Coronavirus gäbe.

    Talkshows haben andere Lieblinge

    In deutschen Talkshows ergibt sich laut der Datenanalyse des „Spiegel“ eine etwas andere Bestenliste der Corona-Experten.

    Die Nummer Eins bei „Anne Will“, „Hart aber fair“, „Maischberger“, „Markus Lanz“ oder „Maybritt Illner“ ist die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum Braunschweig. Sie kommt auf neun Auftritte in Talkshows, gefolgt von Alexander Kekulé mit acht Einladungen und Hendrik Streeck mit sechs Teilnahmen.

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    Tags:
    Presse, Youtube, Talkshow, Deutschland, Christian Drosten