14:34 10 August 2020
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    In einem Logistikzentrum des Online-Händlers Amazon im niedersächsischen Winsen an der Luhe sind mehr als 50 Corona-Infektionen festgestellt worden. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung in Hannover auf eine Anfrage der Grünen hervor.

    Demnach wurden insgesamt 53 Corona-Infektionen festgestellt. Die Angaben beziehen sich auf den Zeitraum vom 16. März bis 29. April. Laut Amazon sind im Mai keine weiteren Fälle hinzugekommen. An dem Standort gibt es etwa 1800 Beschäftigte.

    Ein Sprecher von Amazon erläuterte am Mittwoch auf Anfrage, dass das Unternehmen alles tue, um die Mitarbeiter „so weit wie möglich zu schützen“. Im Zuge der Corona-Krise seien mehr als 150 Prozesse in der Logistik angepasst worden:

    „Nichts ist uns wichtiger als die Gesundheit und das Wohlergehen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

    Zahlreiche Schutzvorkehrungen

    Der Landesregierung zufolge misst der Konzern in Winsen schon vor Betreten des Gebäudes die Körpertemperatur mit Wärmebildkameras und Infrarotthermometern. Mitarbeiterrunden etwa zu Schichtbeginn seien ausgesetzt, ebenso wie die Versorgung in der Kantine und Touren für externe Besucher. An den Arbeitsstationen werde ein Abstand von zwei Metern sichergestellt, die Arbeitsplätze würden dabei häufiger und länger gereinigt und desinfiziert.

    Gestaffelte Schichtzeiten sollen Knotenpunkte wie den Eingang entlasten. Viele Türen blieben geöffnet, um Kontakt zu Türklinken zu vermeiden, und allen Mitarbeitern stünden Masken zur Verfügung.

    Prämien für Versandmitarbeiter 

    Amazon zahlt seinen Versandmitarbeitern deutschlandweit darüber hinaus bis Ende Mai einen Zuschlag von zwei Euro pro Arbeitsstunde. Gleichzeitig werde den Mitarbeitern aber auch klar kommuniziert, dass sie zu Hause bleiben sollen, wenn sie sich krank fühlen. Die Landesregierung verwies mit Blick auf die Prämien darauf, dass ihr die konkrete Regelung bei Amazon nicht bekannt sei, Anwesenheitsprämien zur Vermeidung von Fehltagen seien laut Bundesarbeitsgericht aber grundsätzlich zulässig.

    Coronavirus in Deutschland

    Das Virus Sars-CoV-2 wurde erstmals Ende Dezember in China entdeckt und breitete sich innerhalb von wenigen Monaten über den Globus aus. Das Epizentrum der neuartigen Krankheit war die Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei. Am 11. März stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Ausbruch der Infektion als Pandemie ein.

    Laut aktuellen Angaben des Robert-Koch-Instituts wurden in Deutschland (Stand: 21.05; 08:00 Uhr) 176.752 Corona-Fälle und 8147 Todesopfer registriert.

    ak/sb/dpa

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    Hannover, Infektion, Coronavirus, Amazon, Niedersachsen, Deutschland