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    Vor fast zwei Wochen traf das Verlegeschiff „Akademik Cherskiy“, der eventuelle Retter der Nord Stream 2, im Hafen Mukran auf Rügen ein, wo es nun auf die Nachrüstung wartet.

    Es soll die Ostseepipeline Nord Stream 2 zu Ende bauen, nachdem sich die Auftragnehmer der Schweizer Firma Allseas aufgrund von US-Sanktionen aus dem Projekt zurückgezogen hatten. Von den insgesamt 2460 Kilometern der Pipeline Nord Stream 2 hätte das Schiff im Erfolgsfall nur noch 160 Kilometer in zwei Rohrsträngen zu verlegen. 

    Das Rohrlegeschiff war Anfang Februar aus dem russischen Pazifik-Hafen Nachodka ausgelaufen und hatte auf der Fahrt zur russischen West-Exklave den Weg nicht durch den Suezkanal, sondern um die Südspitze Afrikas genommen. Am 9. Mai war das Schiff nach Angaben des Navigationsportals Vesselfinder in Deutschland eingetroffen. Auch die unter russischer Flagge fahrende Rohrlegebarge „Fortuna“ des Pipelinebauers MRTS ist längst in Mukran vor Ort. Jedoch erfüllt sie die Anforderungen der dänischen Behörden an den Fertigbau der Ostseeleitung nicht. Die Behörden fordern nach Angaben des Informationsdienstes S&P Global Platts Analytics dynamische Positionierungssysteme, wobei die „Fortuna“ ihre Position je nach Seegang nicht automatisch ändern kann - anders als „Akademik Cherskiy“.

    Gazprom sucht nach Versicherungsmöglichkeiten - bisher mit wenig Erfolg

    Im Moment sucht der russische Energiekonzern „Gazprom“ den vierten Monat in Folge nach einem Versicherungsunternehmen, das die Nachrüstung des Verlegeschiffes garantieren würde. Am Schiff müssen Schweißgeräte installiert werden. Laut der russischen Website für das öffentliche Beschaffungswesen war die seit Januar laufende Bewerbungsfrist kürzlich wieder verschoben worden - diesmal auf Ende Mai. Für die Baurisiko-Versicherung bietet die Tochterfirma „Gazprom-Flotte insgesamt 3,2 Millionen Rubel (umgerechnet etwa 40.000 Euro) an. 

    Ausnahme bei EU-Regulierung bleibt aus

    Am Mittwoch hatte die Bundesnetzagentur Ausnahmen bei der EU-Regulierung für die Ostseepipeline Nord Stream beschlossen, für die Leitung war die Freistellung von der EU-Regulierung jedoch zuvor abgelehnt worden. Die EU-Regulierung beinhaltet die sogenannte Entflechtung - eine Trennung von Gasproduktion und -transport. Das heißt, ein Unternehmen kann nicht zugleich Gas gewinnen und die Pipeline besitzen. Zudem würden wettbewerbsfähige Tarife für das Pumpen von Gas festgelegt und Dritten der Zugang zu den Rohrleitungen gewährt. Gazprom wird damit nur zur Hälfte der Kapazitäten von Nord Stream 2 Zugang gestattet, während die andere Hälfte potenziellen Dritten zu überlassen sei, die kaum je auftauchen würden. 

    lk/ae

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    Tags:
    Nord Stream 2, Nord Stream 2