SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    1131
    Abonnieren

    Die Frankfurter Justiz befürchtet eine nicht zu bewältigende Klagewelle wegen nicht rechtzeitig erfolgter Rückerstattung bei stornierten Flügen. Betroffen sind vor allem die Fluggesellschaften Lufthansa und Ryanair.

    „Wir erwarten, dass sich Luftverkehrsunternehmen rechtstreu verhalten und gesetzliche Verpflichtungen zur Rückerstattung von stornierten Tickets erfüllen“, erklärte am Freitag der Vize-Präsident des Amtsgerichts Frankfurt, Frank Richter.

    Bislang seien nur vereinzelt Klagen eingegangen, sagte Vize-Präsident Richter. Das Amtsgericht sieht sich jedoch zu Inkassozwecken missbraucht. Massenhafte Verfahren, über die alle einzeln entschieden werden müsste, würden die Kammer über die Belastungsgrenze bringen, sagte Richter. Er appellierte an die Beteiligten: „Sofern eine klare gesetzliche Verpflichtung zur Zahlung besteht, sollten Gerichtsverfahren zur Feststellung eines Schuldverhältnisses eigentlich nicht erforderlich sein.“

    Am Mittwoch hatte das Verbraucherportal „Flightright“ angekündigt, im Namen von rund 20.000 Passagieren bei den Gesellschaften Lufthansa und Ryanair ausstehende Gelder einzuklagen. Zusammengenommen geht es um rund 20 Millionen Euro.

    Lufthansa prüft Anträge

    Man habe die rechtmäßigen Erstattungen zu keinem Zeitpunkt gestoppt, erklärte ein Lufthansa-Sprecher in Frankfurt. Es komme aber wegen der schieren Masse der Stornierungen teils zu erheblichen Verzögerungen, weil jedes Ticket einzeln geprüft werden müsse.

    Man hoffe auf das Verständnis der Passagiere und habe auch entsprechend Personal aufgestockt. Genaue Angaben zu ausstehenden Erstattungen oder durchschnittlicher Bearbeitungsdauer machte Lufthansa aber nicht.

    Die Fluggesellschaften verzögern derzeit Barerstattungen und versuchen stattdessen die Kunden mit Gutscheinen ruhigzustellen. Eine verbindliche Gutscheinlösung ist allerdings am Veto der Europäischen Kommission gescheitert, sodass nach gültiger Rechtslage mit wenigen Tagen Frist zurückgezahlt werden müsste. Die Lufthansa allein hat das Volumen der fraglichen Kundengelder auf 1,8 Milliarden Euro beziffert.

    mka/gs/dpa

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Geschlossene Basis? Kaliningrader Gouverneur attestiert Trumps Berater „mangelnde Vorbereitung”
    Nach Sperrstunde erwischt: Österreichs Bundespräsident brockt Gastwirt viel Ärger ein
    Russland lehnt neues Abkommen anstelle von Open-Skies-Vertrag ab
    Tags:
    Lufthansa, Flüge, Stornierung