18:57 10 Juli 2020
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    Die russische Staatsanwaltschaft soll im Fall um den US-Bürger Paul Whelan, der seit fast anderthalb Jahren wegen Spionage in Russland inhaftiert ist, 18 Jahre Straflager gefordert haben. Das teilte Whelans Anwalt Wladimir Scherebenkow russischen Medien zufolge am Montag mit.

    In seinem Schlusswort vor Gericht habe Whelan betont, dass er unschuldig sei. Auch Zeugen hätten bestätigt, dass Whelan weder Informanten angeworben noch geheime Informationen gesammelt habe. Das Urteil in dem Fall soll am 15. Juni gesprochen werden.

    Im März hatte der US-Botschafter in Moskau, John J. Sullivan, nach einem Besuch bei Whelan die Haftbedingungen massiv kritisiert. Whelan werde ohne Beweise festgehalten und erhalte wegen einer potenziell lebensbedrohlichen Krankheit keine richtige Behandlung. Im Beisein seiner Botschafter-Kollegen aus Großbritannien und Irland forderte Sullivan ein faires und transparentes Verfahren. Whelan ist Staatsbürger dieser drei Staaten sowie Kanadas. 

    Strafverfahren gegen Whelan

    Paul Whelan war im Dezember 2018 festgenommen worden. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren wegen Spionage eingeleitet. Er soll nach Darstellung des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB als Spion auf frischer Tat ertappt worden sein. Er soll geheime Daten auf einem USB-Stick erhalten haben. Nach Darstellung der Verteidigung ging Whelan aber bei einem seiner vielen Besuche in Moskau vielmehr davon aus, dass es sich lediglich um private Inhalte gehandelt habe.

    Bis zu seiner Festnahme war Whelan bei dem US-Unternehmens „BorgWarner Incorporated“ tätig, das über Niederlassungen in 17 Ländern verfügt. Medienberichten zufolge war er 2008 wegen Diebstahls aus der US-Marine entlassen worden. Seit 2007 soll er Reisen nach Russland unternommen haben.

    Immer wieder gibt es zwischen den USA und Russland viel beachtete Spionagefälle. Ob es dabei stets um echte oder vielleicht nur vermeintliche Agenten geht, ist kaum überprüfbar. Russlands Präsident Wladimir Putin, selbst ein ehemaliger Geheimdienstchef, hatte im vergangenen Jahr bei einer FSB-Versammlung vor ausländischen Spionageangriffen auf sein Land gewarnt. Demnach wurden allein 2018 mehr als 460 Spione enttarnt. 

    mka/gs/dpa

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    Tags:
    Paul Nicolas Whelan, Spionage, Strafverfahren, Russland