22:08 06 Juli 2020
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    Sechs Monate nach dem tödlichen Messerangriff auf den Berliner Chefarzt Fritz von Weizsäcker hat der Angeklagte am Dienstag vor dem Landgericht der Hauptstadt gestanden.

    Der 57-Jährige erklärte am zweiten Prozesstag, dass er die Tat nicht bereue.

    Die Tötung des Professors sei geplant und eine Attacke auf die Familie seit Jahren sein „Lebensziel“ gewesen. Dem Angeklagten aus Andernach (Rheinland-Pfalz) wird Mord sowie versuchter Mord an einem Polizeibeamten zur Last gelegt.

    „Traumatisierung“

    Der Angeklagte sagte weiter, dass die Tat aus einer „Traumatisierung“ heraus geschehen sei. Nachdem er im Jahre 1991 einen Artikel über den Einsatz des Entlaubungsmittels „Agent Orange“ im Vietnamkrieg gelesen hatte, habe er einen Anschlag gegen den Ex-Bundespräsidenten verüben wollen. Aus seiner Sicht sei Richard von Weizsäcker (1920-2015) durch seine frühere Tätigkeit für das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim mitverantwortlich für die Produktion von „Agent Orange“ gewesen.

    „Weil ich nicht an den Bundespräsidenten kam, habe ich die Familie ins Visier genommen.“

    Zu prüfen ist im Prozess auch die Frage der Schuldfähigkeit des Mannes. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er die Tat unter dem Einfluss einer psychischen Erkrankung beging. Der Angeklagte selbst erklärte, dass er seine derzeitige Unterbringung im Krankenhaus des Maßregelvollzugs für nicht richtig halte. Allerdings stimme er nun einer psychiatrischen Begutachtung zu, so der Angeklagte.

    Mord an Sohn des Ex-Bundespräsidenten

    Am 19. November 2019 hatte der Angreifer den Mediziner und Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Fritz von Weizsäcker, in der Berliner Schlossparkklinik mit einem Messer tödlich am Hals verletzt. Als Motiv nimmt die Staatsanwaltschaft Hass auf die Familie des Getöteten an, insbesondere auf den früheren Bundespräsidenten. Bei dem Angriff wurde unter anderem ein Polizist schwer verletzt, der privat bei dem Vortrag war und den Angreifer schließlich überwältigen konnte. Der Angreifer wurde unmittelbar nach der Tat festgenommen.

    ak/sb/dpa

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    Tags:
    Prozess, Berliner Landgericht, Fritz von Weizsäcker, Mord, Berlin, Deutschland