21:14 05 Juli 2020
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    Der indonesische Unternehmer Nurman Farieka Ramdhany hat eine Alternative für Schlangen- und Krokodilleder gefunden – er produziert Schuhe aus der Haut von Hühnerfüßen. Im Interview für Sputnik zeigt er sich überzeugt, dass diese Technologie eine Revolution in der Modewelt und in der Verwertung von Küchenabfällen zur Folge haben könnte.

    Den Rat zur Schuhproduktion aus diesem eigenartigen Stoff bekam er von seinem Vater. Der Indonesier hatte gemerkt, dass Hühnerfüße in ihrer Textur teilweise Schlangen- oder Krokodilleder ähneln.

    „Auf die Idee bin ich dank meinem Vater gekommen – er hatte sich als Student mit dem Beizen von Hühnerfüßen befasst. 2015 beschloss er, seine früheren Entwicklungen voranzutreiben, und nach einer zweijährigen Studie haben wir unser Geschäft eröffnet – Hirka“, erzählte der Unternehmer.

    Jetzt beschäftigt sich Ramdhany mit seinen fünf Mitarbeitern mit der Schuhproduktion – aus Hühnerfüßen. Das nimmt nach seinen Worten zehn Tage in Anspruch. Das Leder wird von der Klaue abgezogen, gefärbt, getrocknet und Stück für Stück zusammengenäht, um daraus Schuhe herzustellen. Für ein Schuhpaar seien etwa 45 Klauen nötig, führte der Unternehmer an.

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    Schuhe aus Reptilienleder sind ein Zeichen für den hohen Status und Wohlstand ihres Besitzers, und solche Schuhe können sich nicht alle leisten. Für Hirka-Schuhe beträgt der Preis 400.000 bis 600.000 Rupien (umgerechnet bis zu 42 US-Dollar). Es gibt aber auch Modelle der Premiumklasse, die bis zu einer Million Rupien (68 Dollar) kosten.

    Die Rentabilität des Betriebs ist Ramdhany zufolge riesig, denn der Stoff für die Schuhproduktion ist sehr billig bis kostenlos.

    „Unser Ziel ist, Reptilienleder durch Hühnerleder zu ersetzen, um die Population von seltenen Tierarten nicht zu gefährden. Außerdem wollen wir, dass Hühnerleder an Wert gewinnt und nicht einfach als Küchenabfall gilt. Indem wir solche Schuhe herstellen, erhöhen wir seinen wirtschaftlichen Wert.“

    Laut einer Prognose der Boston Consulting Group wird das Volumen der Küchenabfälle bis 2030 um etwa ein Drittel wachsen und zwei Milliarden Tonnen übertreffen. Das wären den Analysten zufolge etwa 66 Tonnen pro Sekunde.

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    Die Firma Hirka vertreibt ihre Produkte nicht nur in Indonesien, sondern inzwischen auch auf dem internationalen Markt, darunter in Japan, Malaysia, Singapur, Hongkong, Brasilien, Frankreich, Großbritannien und der Türkei.

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    Tags:
    Umweltschutz, Schuhe, Recycling, Indonesien