01:25 11 Juli 2020
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    In Tschechien hat der Verkauf eines Wandkalenders mit zahlreichen Nazi-Größen gesellschaftliche Empörung ausgelöst.

    Der Kalender wird im Online-Shop des einschlägig bekannten Prager Militaria-Verlags «Nase vojsko» (Unsere Armee) verkauft. Darauf sind unter anderem die SS-Führer Reinhard Heydrich und Karl Hermann Frank sowie der für grausame Menschenversuche verantwortliche Auschwitz-Arzt Josef Mengele abgebildet.

    Die Föderation der jüdischen Gemeinden in Tschechien kündigte eine Strafanzeige gegen den Verlag an. Der Organisation zufolge handelt es sich dabei um Propagierung des Nationalsozialismus und um die Glorifizierung von Kriegsverbrechern.

    Auch der deutsche Botschafter in Tschechien, Christoph Israng, äußerte sich zu dieser Frage. Seiner Ansicht nach seien solche Produkte unerträglich. Zudem verstehe Israng nach eigenen Aussagen nicht, wie irgendjemand so einen Müll anbieten oder kaufen könne.

    ​Tschechische Behörden greifen ein

    Das Innenministerium in Prag reagierte auf den Skandal und kündigte einen Mietvertrag über Lagerräume mit dem früheren Staatsverlag. Die Prager Stadtverwaltung hatte dies für einen Verkaufsraum bereits im April aus ethischen Gründen getan. Der Verlag „Nase vojsko“ hatte schon einmal mit dem Verkauf von Hitler-Tassen für Entsetzen gesorgt. Allerdings sah damals die Polizei keine Grundlage für eine Strafverfolgung.

    ac/mt/dpa

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    Tags:
    Deutschland, Botschafter, Rehabilitierung, Kalender, Nazis, Skandal, Tschechien