14:26 07 Juli 2020
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    Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, hat vor dem Hintergrund der Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd für eine Dauer von bis zu 72 Stunden den Notstand verhängt. Ein entsprechendes Dokument wurde auf der Webseite der Stadtverwaltung publik gemacht.

    Laut den Behörden besteht für Einwohner wie Gäste der Stadt die Gefahr von „Verletzungen oder Tod“, und die Möglichkeit weiterer Unruhen sei so groß, dass „die Ergreifung von außerordentlichen Maßnahmen“ erforderlich sei.

    Gemäß dem Dokument können die Behörden nach der Verhängung des Notstandes zusätzliche Mittel zur Gewährleistung der Sicherheit der Einwohner anwenden, darunter auch Kämpfer der Nationalgarde der USA heranziehen. Darüber hinaus kann die Stadtverwaltung die Behörden von Nachbarstädten des Bundesstaates Minnesota und auch die US-Regierung um Hilfe bitten.

    Der Notstand ist für 72 Stunden gültig, kann vom Stadtrat aber früher aufgehoben werden.

    Ausschreitungen in den USA

    Nach dem Tod von George Floyd war es in Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) zu schweren Ausschreitungen gekommen. In der Anordnung des Gouverneurs hieß es, friedliche Demonstrationen seien weiterhin erlaubt. Die Ausschreitungen bedrohten aber auch die Sicherheit friedlicher Demonstranten. Auslöser für die Unruhen war ein Video von Floyds Tod, das in sozialen Medien auftauchte.

    Der Gouverneur des Bundesstaates Minnesota, Tim Walz, warnte vor einer „extrem gefährlichen Lage“ und forderte die Menschen auf, die Gegend zur eigenen Sicherheit zu verlassen.

    Auch in anderen US-Städten wie Los Angeles und Memphis kam es Medienberichten zufolge zu Protesten gegen den Tod Floyds.

    Weitere Unruhen

    Demonstranten drangen in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) in eine Polizeistation ein, wie örtliche Medien berichteten. Auf Fernsehbildern waren auch Feuer zu sehen.

    Die Polizeistation sei evakuiert worden, berichtete der Sender CBS Minnesota unter Berufung auf eine Polizeimitteilung.

    „Demonstranten sind gewaltsam in das Gebäude eingedrungen und haben mehrere Brände entzündet“, zitierte der Sender weiter aus der Mitteilung.

    Auch in Denver kam es Medienberichten zufolge zu Protesten. Örtliche Medien berichteten dort über Schüsse. Laut Polizei wurden zunächst keine Verletzten gemeldet.

    Vor dem Polizeigebäude in Minneapolis riefen Dutzende Demonstranten „Keine Gerechtigkeit - kein Frieden“ („No Justice, No Peace“), wie die „Washington Post“ berichtete. 

    Tod von Floyd

    Der dunkelhäutige US-Amerikaner George Floyd war nach einer Festnahme am Montag gestorben. In den sozialen Netzwerken verbreitete sich ein zehn Minuten langes Video, in dem angeblich der Einsatz zu sehen ist.

    Die Aufnahmen zeigen einen weißen Polizisten, der sein Knie ins Genick eines am Boden liegenden dunkelhäutigen Festgenommenen presst. Anfangs spricht er noch und sagt wiederholt: „Ich kann nicht atmen.

    Nach einigen Minuten verlor er anscheinend das Bewusstsein. Sanitäter luden den Mann etwa acht Minuten nach Beginn des Videos in einen Krankenwagen.

    Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, erklärte am Dienstag, dass die vier in den Fall involvierten Polizisten mit sofortiger Wirkung entlassen worden seien.

    ak/sb/dpa

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    Tags:
    Afroamerikaner, Proteste, Tod, Ausschreitungen, Unruhen, Minneapolis, USA