00:33 11 Juli 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    520
    Abonnieren

    Die Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Michelle Bachelet, hat sich schockiert über zwei Gewaltattacken in Nepal geäußert, in deren Folge mehrere Jugendliche wegen ihrer Kastenzugehörigkeit getötet worden sind.

    Die Angriffe richteten sich gegen Angehörige der Kaste der Dalit, die früher als „Unberührbare“ bezeichnet wurden. Obwohl Diskriminierung aufgrund von Kastenzugehörigkeit verboten sei, würden Dalit immer noch ausgegrenzt und angegriffen, so die UN-Hochkommissarin.

    „Es ist erschreckend, dass im 21. Jahrhundert Vorurteile aufgrund von Kastenangehörigkeit immer noch tief verwurzelt sind“, schrieb Bachelet.

    In einem Fall sei ein zwölfjähriges Mädchen im Dorf Devdaha getötet und am 23. Mai an einem Baum aufgehängt gefunden worden. Das Kind sei zuvor in eine Heirat mit einem Mann aus einer höheren Kaste gezwungen worden, der sie vergewaltigt habe. In dem anderen Fall habe ein 21-jähriger Dalit seine Freundin, die aus einer anderen Kaste stammte, in der Provinz Karnali abholen wollen. Er sei mit Freunden unterwegs gewesen. Die Gruppe sei angegriffen und der 21-Jährige sowie fünf weitere Männer seien später tot gefunden worden.

    Das höchstgelegene Land der Welt, Nepal, ist unter anderem für eine komplizierte Unterteilung der Bevölkerung in Ethnien und Kasten bekannt. Das ursprünglich hinduistische Kastensystem wird hier zum Teil auch von buddhistischen Volksgruppen anerkannt. Mit dem Kastensystem wird auch heute die Position eines jeden Einzelnen in der Gesellschaft festgelegt.

    ac/mt/dpa

    Zum Thema:

    Oberstes US-Gericht spricht Hälfte von Bundesstaat Oklahoma Ureinwohnern zu
    Abschuss von MH17: Niederlande wollen Russland beim EGMR verklagen
    Geldpolitischer Würgegriff – Washington plant Mordsstrafe für Peking
    Tags:
    Michelle Bachelet, Nepal, Angriffe, Gewalt, Kritik, UN