01:12 02 Dezember 2020
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    Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz dauert die Gewalt in Minneapolis an. Am Samstag (Ortszeit) setzten die Beamten Pfefferspray gezielt gegen Journalisten ein. Auch ein Korrespondent der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti war betroffen.

    Korrespondent Michail Turgijew sowie ein vierköpfiges Kamerateam des Fernsehsenders VICE waren dabei, als die Sicherheitskräfte auf dem Gelände einer Tankstelle Demonstranten auseinandertrieben.

    Nach dem Einsatz erlaubte die Nationalgarde der Presse, an der Tankstelle zu bleiben, und fuhr weg. Plötzlich traf ein Minibus mit Polizisten ein, die sofort mit Gummikugeln auf die Anwesenden schossen. Erst nach den Rufen „Privateigentum“ und „Presse“ stellten die Ordnungshüter das Feuer ein und forderten alle auf, ins Gebäude zu gehen. Da die Beamten weiter auf sie zielten, gingen die Journalisten auf die Knie und zeigten ihre Ausweise. Trotzdem wurde einem VICE-Mitarbeiter Pfefferspray ins Gesicht gesprüht.

    Ein weiterer Beamter sagte etwas zu den Journalisten, die sich neben ihrem Auto aufhielten. Weil er eine Gasmaske trug, waren seine Worte kaum verständlich. Die Journalisten verstanden das als Aufforderung, sich ins Auto zu setzen. Als der Korrespondent von RIA Novosti in sein Auto steigen wollte, trat ein Polizist an ihn heran und sprühte dem Journalisten, der dabei wieder seinen Presseausweis vorhielt und „Presse“ sagte, plötzlich Pfefferspray ins Gesicht.

    Im Netz tauchte ein Video auf, das den Vorfall dokumentiert.

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    Proteste nach Tod von Afroamerikaner

    Am Vortag hatte die amerikanische Nationalgarde in Minneapolis Tränengas gegen Demonstranten auf einer Tankstelle eingesetzt, um der Feuerwehr den Weg frei zu machen.

    Minneapolis und weitere US-Städte sind nach dem Tod des Schwarzen Floyd  Schauplätze von Protesten und auch Gewalt. Floyd war am Montag bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis ums Leben gekommen. Alle vier an dem Einsatz beteiligten Polizisten wurden entlassen, einer von ihnen wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Bei ihm handelt es sich um den weißen Polizisten, der sein Knie minutenlang an den Hals Floyds gedrückt hatte.

    Floyd hatte mehrfach um Hilfe gefleht, bevor er das Bewusstsein verlor, wie ein Video festgehalten hatte. Der 46-jährige Schwarze wurde bei seiner Ankunft im Krankenhaus für tot erklärt. Die Untersuchungen gegen die drei anderen Polizisten dauern an.

    leo/sna/ae

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    Tags:
    Gewalt, Journalisten, Pfefferspray, Polizei, Minneapolis