23:37 06 Juli 2020
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    Ein Mann ist in eine verlassene Klinik in Büren bei Paderborn eingedrungen und hat dort Patientenakten entdeckt, die er teilweise durchstöbert hat. Diese Aktion hat er gefilmt und auf YouTube veröffentlicht. Angesichts der Debatte um mehr Datenschutz sorgte der Vorfall für Unmut. Die Polizei ermittelt nun wegen Hausfriedensbruch.

    Das 23-minütige Video mit dem Titel „Lostplaces: Unglaublich“ war am Freitag veröffentlicht worden. Darin ist unter anderem zu sehen, wie der Youtuber und mehrere Begleiter durch diverse Räume der alten Klinik laufen. Sie durchblättern Akten und finden offenbar auch Röntgenbilder. Nach eigenen Worten hätten sie nur wenige Sekunden benötigt, um in das Gebäude zu gelangen. Der Sicherheitsdienst vor Ort sei kein Hindernis gewesen.

    Es sei „krass“, dass man so leicht an personenbezogene Daten komme, sagte der Youtuber in dem Video und bezeichnete diesen Umstand als einen „Mega-Skandal“. Das Video wurde inzwischen mehr als 131.000 Mal aufgerufen.  Der Fall wurde angezeigt und das Gebäude abgesperrt. Die Polizei ermittelt wegen Hausfriedensbruch. Bei der Klinik handelt es sich um das St.-Nikolaus-Hospital, das 2010 geschlossen wurde.

    Bürens Bürgermeister Burkhard Schwuchow (CDU) zeigte sich über den Vorfall entsetzt. Die Tatsache, dass schützenswerte Personendaten aus Patientenakten des ehemaligen St. Nikolaus-Hospitals einem unbefugten Zugriff zugänglich seien, sei erschreckend und in keiner Weise akzeptabel, so Schwuchow.

    Stadtverwaltung wusste nichts von Akten

    Laut dem Bürgermeister war der Stadt nicht bekannt gewesen, dass in dem Gebäude sensible Akten nicht sachgerecht und datenschutzkonform aufbewahrt wurden. Die Stadt Büren sei nach der Schließung des St.-Nikolaus-Hospitals weder verantwortlich, zuständig noch berechtigt gewesen, über den Umgang und Verbleib der Patientenakten zu entscheiden.

    Schwuchow kündigte zusätzliche Kontrollen am früheren Krankenhaus an. Diese sollen uneingeschränkt fortgeführt werden, bis eine Lösung für die Patientenakten gefunden sei. Laut Angaben des Bürgermeisters wurde das Krankenhaus 2010 wegen Insolvenz geschlossen. Seit 2005 sei es in privater Trägerschaft gewesen. 

    mka/gs

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