23:31 18 September 2020
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    Berlin ist allen Corona-Sorgen zum Trotz in Feierlaune. Tausende Menschen versammelten sich am Pfingstsonntag zu einer Schlauchboot-Party auf dem Landwehrkanal. Der Berliner Senat hatte zuvor Demonstrationen ohne Beschränkung der Teilnehmerzahl erlaubt – Abstandsregeln sollten jedoch weiter bestehen. Ob das wohl geklappt hat Boot an Boot?

    Die Corona-Pandemie hat viele Menschen an den Rand der Existenz getrieben. Auch die Klub- und Veranstalterszene muss unter dem Lockdown stark leiden. Die Veranstaltung am Landwehrkanal in Berlin war daher als Wasser-Demonstration – „Ravekultur retten“ – angekündigt worden. 

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    #berlin #unitedwestream #leavenoonebehind #spree #clubkultur #wasserdemo #raveculture

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    Nach Polizeiangaben sollen gegen 15.50 Uhr an der Versammlung 300 bis 400 Boote teilgenommen haben, darunter überwiegend Schlauchboote und rund 20 größere Boote. Im weiteren Verlauf der Versammlung hätten sich jeweils bis zu 1500 Personen auf den Booten sowie an Land befunden, auf mehreren Booten sei Musik gespielt worden. Neben den zwei Booten der Wasserschutzpolizei seien  rund 100 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz gewesen.

    Laut der Berliner Zeitung (B.Z.) teilten die Organisatoren am späten Nachmittag mit, dass die Demonstration beendet werden müsse, da die Situation am Ufer aus polizeilicher Sicht außer Kontrolle gerate. Ein B.Z.-Reporter hingegen beschrieb die Stimmung als „friedlich-feiernd“. Die Corona-Abstände seien natürlich selten eingehalten worden. Aber immerhin habe er einige Leute mit Mund-Nase-Schutz gesehen. Gegen 21.00 Uhr sollen alle Demoteilnehmer abgezogen sein.

    Ob die Aktion der Klubszene wirklich genutzt hat, ist fraglich. Mit Blick auf eine mögliche Corona-Rückfallquote stieß die Schlauchboot-Party bei einigen auf Unverständnis. Genau deshalb werden die Clubs geschlossen bleiben, kommentierte ein Nutzer auf Instagram. Es zeige exemplarisch, wie unverantwortlich die Konsumenten damit umgehen würden. „Das war eine Klatsche für alle, die von dieser Szene arbeitstechnisch abhängig sind.“

    Nur kein Leichtsinn

    Der Berliner Senat hatte vergangene Woche beschlossen, dass in Berlin bereits ab 30. Mai wieder Demonstrationen im Freien ohne Beschränkung der Teilnehmerzahl erlaubt sind. Allerdings sollten trotzdem die Abstandsregeln eingehalten werden. Die Kontaktbeschränkungen gelten nämlich noch bis 4. Juli.  

    Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hatte noch am Sonntag vor einem zu leichtsinnigen Umgang mit den Lockerungen gewarnt. „Dass man wieder Dinge machen darf, die bisher verboten waren, heißt ja nicht, dass man sie unbedingt machen muss“, sagte der SPD-Politiker. 

    mka/gs

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    Party, Berlin