23:30 09 Juli 2020
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    Der Afroamerikaner George Floyd, dessen Tod Massenproteste gegen Polizeigewalt in den USA ausgelöst hat, ist an Erstickung gestorben. Dies geht aus einem Bericht des Gerichtsmedizinischen Büros von Hennepin County (US-Bundesstaat Minnesota) hervor.

    Laut dem am Montagabend (Ortszeit) veröffentlichten Bericht soll George Floyd getötet worden sein. 

    Die Todesursache sei ein „Herz-Lungen-Stillstand, der durch Druck auf den Hals und Strangulation durch Vollzugsbeamte verschärft wurde“. 

    Bei Floyd sei ein Herz-Lungen-Stillstand eingetreten, als ihn Vollzugsbeamte festgehalten hätten.

    Floyd habe Anzeichen einer Herzerkrankung, einschließlich einer „arteriosklerotischen und hypertensiven Herzerkrankung“, sowie einer Vergiftung durch das synthetische Opioid Fentanyl und eines kürzlichen Methamphetamin-Konsums, heißt es weiter im Bericht.

    ​Die Gerichtsmediziner gaben an, dass die Schlussfolgerung über den gewaltsamen Charakter von Floyds Tod eine neutrale Ausdrucksweise sei, die weder jemandes Schuld noch die Vorsätzlichkeit von jemandes Handlungen voraussetze:

    „Die Todesart ist keine rechtliche Feststellung der Schuld oder des Vorsatzes und sollte nicht dazu benutzt werden, das Gerichtsverfahren zu ersetzen. Solche Entscheidungen liegen außerhalb der Rolle oder Befugnis des Gerichtsmediziners".

    Unabhängige Autopsie nennt Erstickung als Todesursache

    Zuvor hatte Rechtsanwalt Ben Crump, der die Familie von George Floyd vertritt, eine Pressekonferenz abgehalten, auf der er die Ergebnisse einer unabhängigen Autopsie mitteilte, die sein Team gefordert hatte. Die Untersuchung ergab, dass Floyd an „Erstickung durch anhaltenden Druck“ auf seinen Hals und Rücken gestorben sei.

    Ursprünglich hatten die Ärzte Floyds Todesursache nicht mit der Strangulation in Verbindung gebracht.

    Proteste gegen Polizeigewalt gegenüber Afroamerikaner

    Floyd war am 25. Mai bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis ums Leben gekommen. Alle vier an dem Einsatz beteiligten Polizisten wurden entlassen, einer von ihnen wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Bei ihm handelt es sich um den weißen Polizisten, der sein Knie minutenlang auf den Hals von Floyd gedrückt hatte.

    Der 46-Jährige hatte mehrfach um Hilfe gefleht, bevor er das Bewusstsein verlor, wie ein Video festgehalten hatte. Der Schwarze wurde bei seiner Ankunft im Krankenhaus für tot erklärt. Die Untersuchungen gegen die drei anderen Polizisten dauern an.

    In Minneapolis und weiteren US-Städten kommt es nach dem Tod von Floyd zu teils gewaltsamen Protesten.

    asch/ae

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    Tags:
    Todesursache, Mord, Tod, George Floyd, USA