06:38 29 November 2020
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    Der von der Marktmacht her größte Suchmaschinen-Anbieter im Internet – „Google“ – sieht einer Strafzahlung in Höhe von bis zu fünf Milliarden US-Dollar entgegen. In einer Sammelklage werfen in den USA lebende Internet-Nutzer dem US-Konzern vor, ihre Surfgewohnheiten „ausspioniert zu haben“. Jetzt verlangen sie Schadensersatz.

    Die Missachtung von Privatsphäre-Einstellungen und das de facto „Ausspionieren“ von Internet-Nutzern könnte für den Internet-Riesen „Google“ möglicherweise bald sehr teuer werden. Nutzer in den USA, die die weltweit bekannteste Suchmaschine im World Wide Web genutzt haben und „sich von dem Suchmaschinenanbieter ausgespäht fühlen, fordern jetzt Schadensersatz“. Und zwar in Milliardenhöhe.

    Das berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Mittwoch. Googles Mutterkonzern „Alphabet“ ist eine börsennotierte US-Holding, sitzt in Kalifornien und muss sich nun juristisch mit folgender Schadenersatzforderung herumschlagen:

    „Die Sammelklage könnte ein Volumen von mindestens fünf Milliarden US-Dollar erreichen.“ Die Kläger werfen dem US-Internet-Konzern dabei vor, gegen den Willen der Nutzer Daten zu sammeln. Google müsste bei einem Schuldspruch milliardenschwere Strafzahlungen an Menschen leisten, die in der Vergangenheit Google auf eine gewisse Art genutzt haben.

    Klage an US-Gericht gegen „Google“ läuft

    Laut einer am Dienstag beim Bundesgericht in San José (US-Bundesstaat Kalifornien) eingereichten Klage „soll Google über seine Tochterunternehmen Analytics, Ad Manager und andere Anwendungen sowie Website-Plugins und Smartphone-Apps Daten von Internet-Nutzern sammeln, obwohl diese die Einstellungen auf 'privat' gesetzt haben“. 

    Google dürfe sich nicht an der verdeckten und nicht autorisierten Sammlung von Daten von praktisch jedem US-Amerikaner mit einem Computer oder Telefon beteiligen, heißt es laut US-Medien in der Klageschrift. Darin werde kritisiert, dass Google über Informationen und Surfgewohnheiten von Nutzern Rückschlüsse auf deren Freunde, Hobbys, Lieblingsessen, Einkaufsgewohnheiten etc. ziehen könne.

    „Wir sind unschuldig“ – Konzern-Sprecher

    Die Betroffenen, die diese Sammelklage jetzt anstoßen, sehen darin ein Vergehen von Google gegen US-Abhörschutzgesetze sowie die Datenschutzgesetze in Kalifornien. Viele von ihnen fordern jeweils mindestens 5000 Dollar Schadensersatz – pro Kläger oder Klägerin.

    Ein Google-Sprecher reagierte bereits und kündigte an, das Unternehmen werde energisch gegen die Vorwürfe vorgehen. „Wir geben jedes Mal klar an, wenn man eine neue Inkognito-Registerkarte öffnet, dass Websites möglicherweise über die Browser-Aktivitäten Informationen sammeln“, sagte er laut US-Medien am Mittwoch.

    Der US-Internet-Konzern ist nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters anhand seiner Daten in der Lage, individuell angepasste Werbung für Google-Nutzer im Internet zu schalten. Die Sammelklage umfasse „Millionen von Google-Nutzern“, die seit Juni 2016 im Inkognito-Modus im Internet stöberten – aber auf deren Daten Google dennoch zugegriffen haben soll.

    „Informationen über Millionen Menschen gesammelt...“

    „Eine Gruppe von US-Verbrauchern wirft Google in einer potenziellen Sammelklage vor, ohne Erlaubnis Daten über ihr Verhalten im Netz zu sammeln.“ Das berichtete das Wirtschaftsfachblatt „Börse-Express“ am Dienstag.

    „Bisher sind es nur drei Kläger, die jeweils mindestens 5000 Dollar erstreiten wollen. Die Anwaltskanzlei, die sie vertritt, geht aber von Millionen Betroffenen aus – was in einer Sammelklage auf eine Milliarden-Forderung hinauslaufen könnte. Ein Google-Sprecher wies die Vorwürfe umgehend zurück.“

    Bei der in Kalifornien „eingereichten Klage stehen der Auswertungsdienst Google Analytics und die Anzeigenplattform Google Ad Manager im Mittelpunkt. Die Kläger argumentieren, dass der Internet-Konzern damit immer Daten sammele, ohne dass ein Nutzer irgendetwas dagegen unternehmen könne.“

    Dies geschehe auch beim „Surfen“ im sogenannten Inkognito-Modus, bei dem Google weitreichende Privatsphäre verspreche – jedoch wohl nicht korrekt einhalte.

    „Als potenzielle Teilnehmer der Sammelklage werden Nutzer von Android-Smartphones oder Inhaber eines Google-Accounts in den USA gesehen, die seit dem ersten Juni 2016 eine Website mit Google Analytics oder dem Ad Manager im Inkognito-Modus angesteuert haben. (...) Die Kläger kritisieren insgesamt, der Internet-Konzern lasse Milliarden Male am Tag Informationen über hunderte Millionen Menschen übermitteln.“

    Damit sei Google zu einer unkontrollierten Macht über Informationen geworden.

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