22:49 12 Juli 2020
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    Der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia sollen nach Angaben der „Sunday Times“ derzeit in Neuseeland leben. Skripals Nichte Viktoria äußerte jedoch Zweifel an der Meldung.

    Unter Verweis auf Regierungsquellen berichtete das Blatt, dass die beiden zuvor mehr als ein Jahr in einer geheimen Wohnung des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 untergebracht gewesen seien. Der ehemalige Oberst des russischen Militärnachrichtendienstes GRU und seine Tochter sollen nun „neue Namen und Mittel erhalten haben, um ein neues Leben zu beginnen“, hieß es weiter.

    Die Nichte von Sergej Skripal, Viktoria, äußerte gegenüber Medien die Meinung, dass die Nachricht über einen vermeintlichen Umzug ihres Onkels und ihrer Schwester nach Neuseeland bloß ein Ablenkungsmanöver sei.

    „Ich weiß nichts darüber, aber ich glaube das nicht. Davon, dass sie an einem Zeugenschutzprogramm teilnehmen und umgezogen sind, ist schon seit längerer Zeit die Rede. Damals wurden Neuseeland, die USA und Australien als Aufenthaltsorte genannt. Ich denke aber, dass sie sich nach wie vor in Porton Down (militärische Forschungseinrichtung nahe der Stadt Salisbury – Anm. d. Red.) aufhalten“, sagte Skripals Nichte.

    Ihr zufolge muss die britische Regierung so weniger für die Versorgung und Unterkunft der beiden aufkommen, als dies in Neuseeland der Fall wäre. Sie selbst hätten keine Mittel, um für sich zu sorgen.

    Die britische Botschafterin in Moskau Deborah Bronnert teilte zuvor mit, dass die Skripals am Leben seien, sie machte jedoch keine Angaben zu dem Aufenthaltsort der beiden.

    Fall Skripal

    Am 4. März 2018 sollen der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia laut Darstellung der britischen Behörden mit einem Nervengift in Salisbury vergiftet worden sein. Das löste einen großen internationalen Skandal aus. London machte daraufhin Russland für die Vergiftung verantwortlich. Moskau wies diesen Vorwurf von sich und forderte eine unabhängige Aufklärung.

    Zudem hatte das russische Außenministerium die ehemalige britische Premierministerin Theresa May einer Lüge überführt. May hatte zuvor behauptet, dass das Gift für die Skripals in Russland hergestellt worden sei. Das britische Militärlabor von Porton Down widerlegte dies jedoch.

    Mitte Mai 2018 verließ Sergej Skripal das Krankenhaus, seine Tochter wurde bereits Mitte April entlassen. Sie gab an, dass sie nach Russland zurückkehren werde. Laut Viktoria Skripal hat sich ihr Onkel seit Juni letzten Jahres nicht mehr bei seinen Familienangehörigen in Russland gemeldet. 

    mka/gs/sna

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    Tags:
    Neuseeland, Britischer Geheimdienst MI6, Fall Skripal