14:12 09 Juli 2020
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    Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Erschießung eines autistischen Palästinensers durch israelische Polizisten als Tragödie bezeichnet. Der Mann wurde vor einer Woche in Jerusalem erschossen, nachdem er auf Aufforderungen stehen zu bleiben nicht reagiert haben soll. Die Polizisten hatten angenommen, dass der Mann bewaffnet war.

    Die Regierung erwarte nun das Ergebnis der Untersuchung des Justizministeriums, sagte Netanjahu am Sonntag. Netanjahu sagte, was mit dem Mann passiert sei, sei eine Tragödie. Er sei vermutlich für militant gehalten worden, in einer hochgradig sensiblen Gegend. Zuvor hatte er sich zu dem Vorfall vom 30. Mai nicht zu Wort gemeldet.

    Die israelische Polizei hatte in der Altstadt von Jerusalem eigenen Angaben zufolge einen unbewaffneten Palästinenser erschossen. Demnach missachtete er mehrere Aufforderungen, stehen zu bleiben. Der autistische Mann war, begleitet von einer Lehrerin, auf dem Weg zu seiner Schule gewesen. Er soll Anfang 30 gewesen sein.

    Wie der israelische Armeerundfunk nach dem Vorfall berichtete, hatten die Polizisten zunächst angenommen, der Mann halte eine Waffe in der Hand. Sie eröffneten demzufolge nach einer Verfolgung zu Fuß das Feuer. Doch der Gegenstand habe sich als Handy des Mannes entpuppt.

    Palästinenser hatten die Tötung als „Kriegsverbrechen“ verurteilt. In sozialen Medien wurde die Tat mit dem brutalen Tod des Schwarzen George Floyd in den USA verglichen, der Ende Mai bei einem Polizeieinsatz starb.

    Israel hat 1967 im Sechstagekrieg unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die Palästinenser  fordern diese Gebiete für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. Vor diesem Hintergrund kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen. 

    mka/gs/dpa

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    Tags:
    Polizei, Palästinenser, Jerusalem