12:29 06 Juli 2020
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    In der belgischen Hauptstadt ist es bei einem Anti-Rassismus-Protest am Sonntag zu Ausschreitungen gekommen. Demonstranten zerstörten Schaufenster und beschädigten Polizeiautos. Die Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer ein und nahmen rund 150 Menschen fest.

    Auslöser der andauernden Anti-Rassismus-Proteste in aller Welt ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in den USA. Die Behörden in Brüssel hatten nach langem Zögern erst am Freitag eine Demo der Solidarität erlaubt, nicht zuletzt weil sie nach bedeutenden Erfolgen im Kampf gegen das Coronavirus eine neue Infektions-Welle befürchteten. 

    Am Sonntag fanden sich etwa 10.000 Menschen vor dem Justizpalast ein - die meisten von ihnen mit Mund-Nasen-Schutz, wie ein Sputnik-Korrespondent berichtet. Der Protest verlief zuerst friedlich, bevor es am Abend zu Ausschreitungen kam. 

    Junge Menschen bewarfen Polizeiwagen im Viertel Matongé mit Flaschen und schlugen Schaufenster teurer Läden ein. Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor. Insgesamt wurden 150 Personen festgenommen.

    „Wir haben gerade erst nach der Isolation wieder aufgemacht und schon ein neuer Schlag“, kommentierte der Besitzer eines Kleidungsgeschäfts das zerschlagene Schaufenster.

    „Unruhestifter provozierten die Sicherheitskräfte und beschädigten Stadteigentum. Danach nahmen sie sich die Geschäfte vor, um sie wie einfache Diebe zu plündern“, schrieb Bürgermeister Philippe Close auf Twitter.

    In Brüssel war es auch früher schon zu Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei gekommen. Auslöser war der Tod eines 19-Jährigen, der bei der Flucht vor der Polizei mit seinem Motorroller tödlich verunglückt war.

    Auch in Deutschland haben sich am Wochenende Zehntausende Demonstranten zu Anti-Rassismus-Protesten versammelt. In Berlin gab es Festnahmen.

    leo/ae

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    Tags:
    Polizeigewalt, Wasserwerfer, George Floyd, Festnahme, Ausschreitungen, Protest, Brüssel