12:06 31 Oktober 2020
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    Der US-Streamingdienst HBO Max hat den Filmklassiker „Vom Winde verweht“ (Originaltitel „Gone with the Wind“) wegen rassistischer Motive aus dem Angebot entfernt. Ob diese Geste mit dem realen Kampf für die Rechte der Afroamerikaner zu tun hat, erklärt der Direktor des russischen Fonds für US-Forschung, Juri Rogulew.

    Der von David O. Selznick produzierte Filmklassiker aus dem Jahr 1939 mit Clark Gable und Vivien Leigh (ausgezeichnet mit acht Oscars und zwei Ehrenoscars) zeige ethnische und rassistische Vorurteile, „die leider in der amerikanischen Gesellschaft gang und gäbe waren“, sagte ein Sprecher von HBO Max am Dienstag.

    Verzichten mag man bei HBO Max allerdings nicht grundsätzlich auf den Film: „Vom Winde verweht" soll zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf die Streamingplattform zurückkehren - zusammen mit einer Diskussion über den historischen Kontext, hieß es. Es würden jedoch keine Veränderungen an dem Film vorgenommen, denn dies käme der Behauptung gleich, „diese Vorurteile hätten nie existiert“.

    Nach Ansicht des Direktors der russischen Franklin D. Roosevelt-Stiftung für die  US-Forschung, Juri Rogulew, wird diese Entscheidung von HBO Max auf keine Weise zur Ausrottung des Rassismus beitragen.

    „Dies ist ein typisches Konjunkturmerkmal des aktuellen Hollywood, wenn es notwendig ist, einen zusätzlichen Bonus oder eine Rolle zu geben. Das hat mit dem wirklichen Kampf um die Rechte der Afroamerikaner nichts zu tun. Dies ist der Anschein eines Kampfes“, sagte der Experte.

    Er erinnerte auch daran, dass der Film nach dem Buch gedreht wurde, und in diesem Fall müsste das Buch auch aus den Bibliotheken entfernt werden.

    „Das ist ein seit Jahrzehnten beliebter Filmklassiker, den viele Amerikaner sahen. Dann muss man andere Klassiker der US-Literatur auch entfernen, Faulkner und viele andere, die irgendwie mit dem Süden verbunden waren. Das ist einfach ein akutes Thema: Viele weiße Amerikaner verlassen ihre Arbeit, um einen Afroamerikaner damit zu versorgen. Eine weitere Strömung, die allmählich zunichte gemacht wird“, betonte er.

    „Ich verstehe, wenn es sich um provokative Filme wie ‚Birth of a Nation’ (dt: Geburt einer Nation) aus dem Jahr 1915 handelt. Dann muss man sich zweimal überlegen, bevor man einen solchen Film an der Abendkasse lässt“, fügte der Experte hinzu.

    „Vom Winde verweht“ sei dagegen ein völlig anderer Fall.

    sm/gs

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    Tags:
    Film, USA, HBO, Rassismus